US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AP

Kostenaufstellung Seltener Einblick in Trumps Finanzen

Stand: 17.05.2018 08:53 Uhr

Der US-Präsident hat einen seltenen Einblick in seine Finanzlage gewährt. Dabei geht es um Geld, das an Pornostar Stormy Daniels geflossen sein könnte, seine Hotels und um Trumps Rente.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Der Aufreger verbirgt sich in einer Fußnote auf Seite 45: Präsident Trump merkt an, dass er im Jahr 2016 seinem Anwalt Michael Cohen Kosten in sechsstelliger Höhe erstattet hat. Der Grund steht nicht dort, aber es ist schon länger bekannt, dass Cohen 2016 dem Pornostar Stormy Daniels 130.000 Dollar gegeben hatte, damit sie nicht über eine Affäre mit Trump plaudert.

Der Chef der Ethik-Behörde bemängelte, dass diese Zahlungen aus dem Jahr 2016 erst auf dem Formular für 2017 stehen. Experten sagen, es sei problematisch, wenn Trump die Zahlungen zunächst absichtlich verschwiegen hat.

Die als Stormy Daniels bekannte Pornodarstellerin Stephanie Clifford | Bildquelle: AP
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Die als Stormy Daniels bekannte Pornodarstellerin Stephanie Clifford erhielt 130.000 Dollar Schweigegeld.

Umsatz von 450 Millionen Dollar

Der Report ist der erste umfassende Blick auf Trumps Einkünfte, seitdem er Präsident ist. Aufgelistet sind Hunderte Unternehmen, die Trump in seinem Namen gegründet hat. Insgesamt machten sie im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 450 Millionen Dollar - nicht aufgeführt sind die Kosten, weswegen das Formular nichts über Gewinne aussagt.

Zu den umsatzstärksten Unternehmen gehört das Trump-Hotel in Washington, dass besonders von Lobbyisten und Diplomaten frequentiert wird. Es machte im vergangenen Jahr gut 40 Millionen Dollar Umsatz. Selbst das Buch "The Art of The Deal" brachte eine Million Dollar ein - 30 Jahre nach seinem Erscheinen. Trump bekommt auch eine Rente der Schauspieler-Gewerkschaft.

Schulden bei der Deutschen Bank

Aufgeführt sind auch Schulden: Demnach hatte Trump gut 315 Millionen Dollar Schulden - fast die Hälfte davon bei der Deutschen Bank.

Entgegen der Tradition hatte Trump sich bei Amtsantritt geweigert, seine Investments abzugeben. Sie werden von seinen Söhnen verwaltet, Trump selbst kann jederzeit wieder die Kontrolle übernehmen.

Hunderte Unternehmen und Schweigegeld: Trump gewährt Einblicke in Finanzen
Jan Bösche, ARD Washington
17.05.2018 08:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Mai 2018 um 05:00 Uhr in den Nachrichten.

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