US-Präsident Donald Trump (Bild vom 12.02.2018). | Bildquelle: AP

Ankündigung des US-Präsidenten Trump lässt "FBI-Unterwanderung" prüfen

Stand: 21.05.2018 01:40 Uhr

Schon lange hat US-Präsident Trump das FBI wegen der Ermittlungen in der Russland-Affäre im Visier. Jetzt prüft das Justizministerium, ob die Bundespolizei sein Wahlkampfteam ausspionierte.

US-Präsident Donald Trump will das Justizministerium untersuchen lassen, ob die Bundespolizei FBI seinen Präsidentschaftswahlkampf 2016 aus politischen Gründen unterwandert hat. Er werde diese Untersuchung am Montag auch offiziell fordern, schrieb Trump auf Twitter.

Giuliani relativiert Spionage-Theorie

Trump nimmt mit seiner Forderung an das Justizministerium Bezug auf eine in konservativen Kreisen zirkulierende Theorie, das FBI habe sein Wahlkampfteam 2016 ausspioniert, möglicherweise auf Weisung aus der Regierung seines Vorgängers Barack Obama.

Sein Anwalt Rudy Giuliani hat das in einem Fernsehinterview vergangene Woche relativiert. Weder der Präsident noch er wüssten mit Sicherheit, ob es einen Spion im Wahlkampfteam gegeben habe, sagte Giuliani, der Trump bei den laufenden Ermittlungen zu einer russischen Einmischung in den US-Wahlkampf 2016 vertritt.

Ihnen beiden sei von "irgendeiner Art Infiltration" berichtet worden. Trump legt seit Tagen mit offensichtlich wachsendem Ärger nahe, dass diese FBI-Quelle in seinem Team platziert worden war. Unter Berufung auf Ermittler und Regierungsquellen schrieben US-Medien, dass dies nicht der Fall gewesen sei.

Trump-Anhänger halten Schilder in die Luft | Bildquelle: AFP
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Trump geht davon aus, dass das FBI seine Wahlkampagne infiltriert hat.

Vertrauliche FBI-Quelle im Wahlkampfteam?

Berichten zufolge hatte das FBI eine vertrauliche Quelle, um mit Beratern Trumps über mögliche Verbindungen seines Teams zu Russland und einer etwaigen Beeinflussung der Wahl zu sprechen. Ein erster Bericht über einen möglichen FBI-Spion in Trumps Wahlkampfteam war Anfang des Monats in der Zeitung "National Review" erschienen.

Trump ärgert sich seit langem darüber, dass der Sonderermittler Robert Mueller die Frage zu klären versucht, ob die Wahl 2016 durch Russland beeinflusst wurde und ob das Team des späteren Wahlsiegers Trump mit Vertretern der russischen Regierung zusammenarbeitete. Russland und Trump haben dies stets von sich gewiesen.

Justizministerium reagiert prompt

Das Justizministerium reagierte bereits und teilte mit, dass die bereits laufenden Ermittlungen um den vom Präsidenten gewünschten Punkt erweitert würden. Der stellvertretende US-Chefankläger Rod Rosenstein veröffentlichte ebenfalls ein Statement:

"Wenn irgendjemand Teilnehmer an einem Präsidentschaftswahlkampf aus unangebrachten Gründen infiltriert oder überwacht haben sollte, müssen wir das wissen und angemessene Schritte ergreifen."

Rosenstein spielt in den Russland-Ermittlungen eine wichtige Rolle. Mit seinem Statement lässt Rosenstein offen, auf wen es gemünzt ist.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Mai 2018 um 22:00 Uhr.

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