Donald Trump | Bildquelle: AP

US-Präsidentschaftskandidat Trump "Merkels Flüchtlingspolitik ist wahnsinnig"

Stand: 12.10.2015 05:34 Uhr

Donald Trump will für die Republikaner Präsidentschaftskandidat werden. Der Immobilien-Mogul hat zwar keine Konzepte, dafür massenwirksame Schlagworte und steht an der Spitze der Umfragen. Nun hat er sich Deutschland vorgenommen - auch Kanzlerin Merkel.

Von Jan Bösche, ARD-Hörfunkstudio Washington

Donald Trump, Milliardär, Umfragekönig und Hau-Drauf-Republikaner will US-Präsident werden. Darum muss er sich in Interviews auch internationalen Krisen stellen, so wie am Sonntag bei CBS. Syrien war das Thema, die Lage ist kompliziert, Hunderttausende Menschen fliehen aus dem Land. Deutschland gibt sich hilfsbereit, die Kanzlerin will die Grenzen nicht schließen.

Keine Lösung für Trump. Er habe immer gedacht, Angela Merkel sei "eine große Führungsfigur", aber was sie in Deutschland mache, das sei "wahnsinnig".

Angst vor dem "Trojanischen Pferd"

Mehr Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen - für Trump kommt das nicht in Frage. Bisher sind in den USA erst gut 1500 Syrer untergekommen, die Obama-Regierung will die Zahl erhöhen. Das Ziel: 185.000 Flüchtlinge innerhalb von zwei Jahren, aber nicht nur aus Syrien, sondern aus der ganzen Welt.

Trumps Sorge - die er mit vielen hier teilt: Wer kommt da? So viele junge, starke Männer: "Zweihunderttausend Menschen - das könnte das größte Trojanische Pferd sein. Dagegen wäre das Trojanische Pferd ein Klacks." Wenn sich herausstelle, dass diese Leute zum "Islamischen Staat" gehörten. Also sollte man die Leute doch irgendwie in der Region halten. Zum Beispiel in einer Sicherheitszone, geschaffen zusammen mit den Europäern, und den Golfstaaten - die hätten ja ohnehin genug Geld.

"Jede Sekunde einen Mercedes Benz"

Überhaupt das Geld - Trump hat genau gesehen, wie reich Deutschland ist. Das würde er gerne auch in einer anderen Weltkrise ausnutzen - die in der Ukraine. Deutschland, und all die anderen Länder sollten etwas tun, warum immer nur die USA? Und warum Deutschland etwas unternehmen kann, das ist für Trump offensichtlich: "Die sind massiv wohlhabend, die senden uns jede Sekunde einen Mercedes Benz, okay - warum nicht Deutschland, dieser wirtschaftliche Koloss? Warum müssen immer die USA der Polizist der Welt sein?"

Dabei wäre Trump vielleicht genau der richtige Mann, um die Krise in der Ukraine zu lösen - denn seiner Einschätzung nach könnte er mit Russlands Präsident Putin ziemlich gut auskommen. Vor kurzem traten beide in derselben Fernsehsendung auf. Trump sagte, es habe hervorragende Quoten gegeben.

Donald Trump übt heftige Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik
Jan Bösche, MDR Washington
12.10.2015 07:38 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 12. Oktober 2015 um 08:24 Uhr im Deutschlandfunk.

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