Trumps persönlicher Anwalt Cohen | Bildquelle: AFP

Nach FBI-Razzia Trumps Anwalt muss vor Gericht aussagen

Stand: 14.04.2018 02:53 Uhr

Gegen Trumps persönlichen Anwalt Cohen wird bereits seit Monaten ermittelt. Kommende Woche muss er nun vor Gericht aussagen. Cohen werden Betrug und "Akte der Verschleierung" vorgeworfen.

Der persönliche Anwalt von US-Präsident Donald Trump muss kommende Woche vor Gericht aussagen. Michael Cohen solle im Zusammenhang mit einer jüngsten FBI-Razzia in seinem New Yorker Haus und seinem Büro Fragen über seine Anwaltskanzlei beantworten, ordnete ein Bundesrichter an.

Die Anhörung mit Cohen wurde für Montag angesetzt. Die Staatsanwälte gaben außerdem bekannt, dass der Fokus der Ermittlungen gegen Cohen auf dessen "persönlichen Geschäften" liege. Es werde bereits seit Monaten gegen ihn ermittelt. Obwohl Cohen Anwalt sei, habe er mehrere Einkommensquellen.

Der Staatsanwaltschaft zufolge geht es um den Verdacht auf "Akte der Verschleierung" und mutmaßlichen Betrug. Außerdem wird ihm vorgeworfen, gegen Bestimmungen der Wahlkampffinanzierung verstoßen zu haben.

War Trump Cohens einziger Mandant?

FBI-Agenten hätten bereits mehrere E-Mail-Konten von Cohen durchforstet, nachdem zuvor ein entsprechender Durchsuchungsbefehl eingeholt worden sei, hieß es weiter. Cohen hatte die bei einem New Yorker Gericht eingereichte Stellungnahme selbst provoziert, weil er verlangt hatte, einiges von dem bei ihm beschlagnahmten Material unter Verschluss zu halten.

Aus dem nun bekannt gewordenen Dokument geht hervor, dass Cohen als Anwalt wohl nur einen Mandanten hat - Trump. Cohen selbst spricht von "zahlreichen Klienten".

Stormy Daniels | Bildquelle: REUTERS
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Die Pornodarstellerin Stormy Daniels soll 130.000 Dollar von Cohen erhalten haben.

Kürzlich hatte das FBI bei einer Durchsuchung seines Büros Dokumente beschlagnahmt. Die Razzia soll auch im Zusammenhang mit Cohens Zahlung von 130.000 Dollar an die Pornodarstellerin Stephanie Clifford, bekannt unter dem Namen Stormy Daniels, gestanden haben. Clifford gibt an, im Jahr 2006 eine Affäre mit Trump gehabt zu haben.

"Angriff auf das Land"

Cohen soll mit der Überweisung kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen im Jahr 2016 angeblich ihr Stillschweigen in dieser Sache erkauft haben. Das Weiße Haus bestreitet eine Affäre zwischen Trump und Clifford. Der US-Präsident hatte nach der Razzia von einer "Schande" und einem "Angriff auf das Land" gesprochen.

Am Freitag wurde bekannt, dass Cohen zudem einen einen Deal über 1,6 Millionen US-Dollar zwischen dem republikanischen Großspender Elliott Broidy und einem Model des Magazins "Playboy" vermittelte, mit dem Broidy eine Affäre hatte. Nach Bekanntwerden trat Broidy als Vize-Schatzmeister der Republikaner zurück.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. April 2018 um 23:43 Uhr.

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