Ein Schild mit dem Hinweis, dass das Buch ausverkauft ist. | Bildquelle: AP

Enthüllungsbuch über US-Präsidenten "Alle sagen: Trump ist wie ein Kind"

Stand: 05.01.2018 17:40 Uhr

Was das Buch politisch bewirken wird, ist offen. Wirtschaftlich ist es ein voller Erfolg. In vielen Läden war "Fire and Fury" sofort ausverkauft. Der Autor verteidigt seine Recherchen über US-Präsident Trump. Von Kollegen muss er sich aber auch Kritik anhören.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Vor allem in der Hauptstadt Washington wurde der Verkaufsstart des Buches mit Spannung erwartet. In vielen Buchläden waren die ersten Exemplare bereits am Vormittag vergriffen. Dennoch bildeten sich lange Schlangen von Interessierten, die sich das Buch reservieren ließen.

Der Autor des Buches, Michael Wolff, freute sich über das große Interesse. Gleichzeitig verteidigte er sich im Sender NBC gegen die Kritik aus dem Weißen Haus. Für sein Buch habe er 200 Interviews mit vielen Mitarbeitern Trumps geführt: "Ich arbeite wie jeder Journalist. Ich habe Aufnahmen und Notizen. Ich bin mir absolut sicher und stehe zu allen Aussagen in diesem Buch."

Veröffentlichung von "Fire and Fury" löst Käuferansturm aus
tagesschau 20:00 Uhr, 05.01.2018, Stefan Niemann, ARD Washington

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"Seine Wünsche müssen sofort befriedigt werden"

"Fire and Fury"-Autor Wolff bei seinem Auftritt im Sender NBC | Bildquelle: REUTERS
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Im Sender NBC verteidigte Autor Wolff seine Recherchen.

In den ersten Wochen nach Donald Trumps Amtsantritt hatte Wolff ungehinderten Zugang ins Weiße Haus. Seine Beobachtungen zeichnen ein äußerst unvorteilhaftes Bild des Präsidenten und seines Führungsstils. "Alle Mitarbeiter sagen: Trump ist wie ein Kind. Seine Wünsche müssen sofort befriedigt werden. Es geht immer nur um ihn", erzählt Wolff im Sender NBC. Er behauptet, dass sämtliche Mitarbeiter im Weißen Haus ihren Chef für unfähig halten, das Amt des Präsidenten auszuüben. Sie halten Trump für "einen Schwachkopf und einen Idioten."

Trump: "Voller Lügen und Fehldeutungen"

Trump lese nichts, sondern schaue stundenlang Fernsehen. In seinen Gesprächen wiederhole er sich ständig. Trumps früherer Chefstratege Steve Bannon habe ihm gesagt, Trump habe "den Verstand verloren". US-Präsident Trump warf dem Autor vor, das Buch sei "voller Lügen, Fehldeutungen und Quellen, die nicht existieren". Trumps Anwälte hatten bis zuletzt versucht, das Erscheinen des Buches zu verhindern.

Besonders brisant sind die Aussagen von Bannon. Die Kontakte zu einer russischen Anwältin im Wahlkampf bezeichnet Bannon als "Verrat und unpatriotisch". Trumps Schwiegersohn Jared Kushner betreibe "schmierige Geldgeschäfte". Trump distanzierte sich daraufhin von Bannon und warf ihm vor, dieser habe nicht nur seinen Job, sondern auch seinen Verstand verloren. Rechtsexperten erwarten, dass Sonderermittler Robert Mueller demnächst auch Bannon vernehmen wird.

Journalistin: "Wolff erzählt gerne"

Auch wenn das Enthüllungsbuch von Wolff bestätigt, was schon mehrfach über Trump geschrieben wurde - die White House-Korrespondentin der "New York Times", Maggie Haberman, riet im Sender CNN zur Vorsicht. Wolff nehme es mit den Fakten nicht immer allzu genau: "Einiges glaube ich, aber anderes ist faktisch falsch", sagt Haberman. "Wolff erzählt gerne, was der Wahrheit im Grundsatz zwar entspricht, aber die Details stimmen nicht."

Das Buch "Fire and Fury" in einem Buchladen in Washington | Bildquelle: REUTERS
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Das Buch kam vier Tage früher als geplant in die Läden.

So sei Wolffs Behauptung einfach nicht wahr, dass Trump den früheren Sprecher des Abgeordnetenhauses, John Boehner, nicht gekannt habe. Außerdem verwende Wolff bestimmte Aussagen als wörtliches Zitat, obwohl er sie über andere Quellen nur indirekt erfahren habe.

Schließlich sei Wolff auch als Autor des "New York Magazine" berüchtigt dafür, dass er Aussagen, die nicht zur Veröffentlichung bestimmt sind, entgegen der Absprache doch publiziere. Haberman äußerte Unverständnis, wie Trumps Mitarbeiter jemandem wie Wolff überhaupt Zugang ins Weiße Haus geben konnten.

Brisantes Trump-Buch - Autor weist Kritik zurück
M. Ganslmeier, ARD Washington
05.01.2018 16:58 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 05. Januar 2018 tagesschau24 um 17:00 Uhr, NDR Info um 17:08 Uhr sowie ab 18:30 Uhr im "Echo des Tages" und Inforadio um 17:12 Uhr.

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