Donald Trump und Andrzej Duda | Bildquelle: dpa

Trump in Polen Gespräche über Sicherheitsfragen

Stand: 06.07.2017 15:11 Uhr

Vor dem G20-Gipfel in Hamburg hat US-Präsident Trump Polen besucht. Dabei warf er Russlands Präsidenten Putin "destabilisierendes Verhalten" vor. In einer Rede bekannte er sich eindrücklich zur Beistandspflicht der NATO - mit einer Bedingung.

US-Präsident Donald Trump ist zum Auftakt seines Kurzbesuchs in Polen von Staatspräsident Andrzej Duda empfangen worden. Im Warschauer Königsschloss reichten beide einander die Hand vor einer weißen Marmorbüste des letzten polnischen Königs Stanislaw August Poniatowski. Anschließend zogen sich Duda und Trump zu einem vertraulichen Gespräch zurück.

Unabhängig von Russland

Nach seinem Treffen mit Duda gab es einen Gipfel der Drei-Meere-Initiative von zwölf Ländern zwischen Adria, Ostsee und Schwarzem Meer. Die Staats- und Regierungschefs der mittel- und osteuropäischen Ländern wollen ihre Energie- und Handelspläne ausbauen und modernisieren, um sich von Gas- und Öllieferungen aus Russland unabhängiger zu machen.

Trump versprach dabei, dass die USA Energielieferungen niemals als Druckmittel gegen ost- und mitteleuropäische Staaten einsetzen werden. Er sei stolz darauf, dass die Region von Energielieferungen seines Landes profitiere. Die Region sei ihm sehr wichtig. Trumps Frau Melania stammt aus Slowenien, das der Initiative angehört.

Trumps Besuch wertete das Treffen erheblich auf - Kritiker sehen darin auch einen Versuch, ein Gegengewicht zu den westlichen EU-Staaten zu schaffen, die Merkels EU-Integrationskurs skeptisch bewerten.

Trumps Ankunft in Polen
tagesschau 12:00 Uhr, 06.07.2017, Anke Hahn, ARD Warschau

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Einigung über Patriot-Abwehrraketen

Außerdem wurde bekannt, dass sich die USA mit Polen über den Verkauf von Patriot-Abwehrraketen geeinigt haben. Eine entsprechende Absichtserklärung sei unterzeichnet worden, sagte der polnische Verteidigungsminister Antoni Macierewicz. Die polnische Regierung hatte im März erklärt, bis zu 7,6 Milliarden Dollar für acht Patriot-Raketenabwehrsysteme des US-Konzerns Raytheon auszugeben. Sie sieht dies als einen wichtigen Baustein für die Modernisierung der Armee an.

Polen fühlt sich laut Macierewicz durch Russland bedroht, das in der Ostsee-Exklave Kaliningrad Iskander-Mittelstreckenraketen stationiert habe. Diese könnten durch Patriot-Raketen bekämpft werden. Der Minister lobte die Trump-Regierung, unter der die Verhandlungen beschleunigt worden seien.

Kritik am Kreml

US-Präsident Donald Trump selbst übte scharfe Kritik an Russland: "Unsere Zusammenarbeit mit Polen ist eine Antwort auf die russischen Aktivitäten und sein destabilisierendes Verhalten." Er kündigte dagegen Schritte an. Details, wie diese aussehen könnten, nannte er bei einer Pressekonferenz mit Duda nicht.

Russland wies die Vorwürfe zurück. "Mit dieser Sichtweise sind wir nicht einverstanden", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Russland verstehe noch nicht, wie die USA künftig das Verhältnis zu Moskau gestalten wollten.

Rede an das polnische Volk

Zum Abschluß seines Besuchs hielt Trump eine Rede auf dem Krasinski-Platz nahe dem Zentrum des Warschauer Aufstands 1944 gegen Nazi-Deutschland.

Dabei bekannte er sich noch einmal ausdrücklich zur Beistandspflicht der Nato, verknüpfte dies aber mit einer Forderung an die europäischen Mitgliedsstaaten. Die USA stünden fest hinter dem Artikel 5 des Nordatlantikvertrags. Er fügte hinzu: "Worte sind einfach, aber es sind die Taten, die zählen. Und für seinen eigenen Schutz muss Europa - und ihr wisst das, jeder weiß das, jeder muss es wissen - muss Europa mehr tun." Europa müsse beweisen, "dass es an seine Zukunft glaubt, indem es sein Geld darin investiert, diese Zukunft zu schützen".

Weiter sprach der US-Präsident dem polnischen Volk seine Anerkennung aus für dessen unerbittlichen Widerstand gegen feindliche Einflüsse, sei es von Nazi-Deutschland oder auch aus Russland. "In diesen dunklen Tagen habt ihr euer Land verloren, aber ihr habt nie euren Stolz verloren", rief Trump den Polen zu.

Hunderte Menschen jubelten ihm zu. Unter den Zuhörern war auch Polens früherer Gewerkschaftsführer und späterer Präsident, Lech Walesa, der maßgeblich am Widerstand gegen die einstige sozialistische Führung beteiligt war.

Danach reiste Trump zum G20-Gipfel nach Hamburg.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. Juli 2017 um 06:05 Uhr.

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