US-Präsident Trump und Japans Ministerpräsident Abe | Bildquelle: AP

Trump trifft Abe Zeit des Dialogs mit Nordkorea ist vorbei

Stand: 06.11.2017 08:58 Uhr

25 Jahre lang sei mit Nordkorea verhandelt worden - ohne Erfolg: US-Präsident Trump hat seine scharfe Rhetorik gegenüber Pjöngjang verteidigt. Bei seinem Tokio-Besuch zeigten sich Trump und Japans Ministerpräsident Abe entschlossen, den Druck "bis zum Maximalen" zu erhöhen.

Im Atomstreit mit Nordkorea haben US-Präsident Donald Trump und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe Einigkeit demonstriert. Die beiden Verbündeten seien in der Nordkorea-Frage zu hundert Prozent auf einer Linie, sagten Trump und Abe in Tokio.

Der US-Präsident verteidigte seinen aggressiven Ton gegenüber Nordkorea: "Wenn die Leute sagen, meine Rhetorik sei zu stark, sollten wir uns ansehen, wohin wir mit schwacher Rhetorik in den vergangenen 25 Jahren gekommen sind." Abe sagte, dies sei nicht die Zeit für Gespräche mit Nordkorea. Dialog um des Dialoges willen mache keinen Sinn. "Wir wollen durch alle möglichen Mittel den Druck auf Nordkorea bis zum Maximalen erhöhen." Sein Land werde nordkoreanische Raketen abschießen, wenn dies notwendig sei.

US-Präsident Trump im Gespräch mit Japans Regierungschef Abe
tagesschau 17:00 Uhr, 06.11.2017, Ulrich Mendgen, ARD Tokio

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Immer wieder Provokationen

Japan ist der wichtigste Verbündete der USA in der Region und steht unter dem atomaren Schutzschild Washingtons. In den vergangenen Monaten hatte Nordkoreas Führung die Weltgemeinschaft mit neuen Atombomben- und mehreren Raketentests aufgeschreckt. Japan fühlte sich unmittelbar bedroht, als eine nordkoreanische Rakete über das eigene Territorium hinweggefeuert wurde. Nordkorea arbeitet an atomwaffenfähigen Geschossen, mit denen auch das US-Festland erreicht werden kann.

Trump verteidigt Ausstieg aus Handelsabkommen TPP

Der Handel ist neben Nordkorea das zweite wichtige Thema bei Trumps Besuch in Japan im Rahmen einer zwölftägigen Asien-Reise. Hier wurden Differenzen zwischen den Verbündeten deutlich: In Handelsfragen habe Japan in den vergangenen Jahrzehnten immer gewonnen, die USA hätten Defizite hinnehmen müssen, kritisierte Trump. Der Handel zwischen den beiden Staaten sei "nicht fair und offen".

Als Beispiel nannte der US-Präsident etwa die Autobranche: Millionen japanischer Autos würden in den USA verkauft, aber praktisch keine US-Wagen in Japan. Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, müsse neu verhandelt werden.

Trump verspricht mehr Handel trotz TPP-Ausstieg

Gleichzeitig verteidigte Trump den Ausstieg der USA aus dem transpazifischen Handelsabkommen TPP. Das Abkommen war im Februar 2016 von zwölf Staaten unterzeichnet worden und soll rund um den Pazifik eine der größten Handelszonen der Welt schaffen. Bislang ist der Handelspakt aber noch nicht in Kraft getreten.

Das Freihandelsabkommen TPP

Zwölf Staaten hatten 2015 unter Führung der USA die größte Freihandelszone der Welt (TPP) beschlossen. Zu ihr sollten Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur, die USA und Vietnam gehören - nicht aber die großen APEC-Mitglieder China und Russland. Der Pazifikraum, den das TPP umfassen sollte, steht nach Angaben der Weltbank für knapp 13,5 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.

Der Ausstieg aus TPP war eines von Trumps zentralen Versprechen im Wahlkampf. Nur drei Tage nach seinem Amtsantritt als Präsident setzte er seine Ankündigung in die Tat um.

Doch der Ausstieg bedeutet für Trump keinesfalls einen Rückschritt im Handel mit Japan - ganz im Gegenteil: "Wir werden mehr Handel haben als im Rahmen von TPP", kündigte der Republikaner in Tokio an. Seine Entscheidung gegen TPP werde langfristig für beide Staaten finanzielle Vorteile bringen und sich als richtig erweisen.

Trump reist insgesamt rund zwei Wochen durch Asien. Der Besuch in Japan war der Auftakt der Reise. Nach Japan will Trump auch Südkorea, China, Vietnam und die Philippinen besuchen.

US-Präsident Trump und seine Frau Melania (links) wurden vom japanischen Kaiser Akihito und dessen Gattin Michiko empfangen. | Bildquelle: AFP
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US-Präsident Trump und seine Frau Melania (links) wurden auch vom japanischen Kaiser Akihito und dessen Gattin Michiko empfangen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 06. November 2017 um 09:00 Uhr.

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