Trump im Interview mit Kai Diekmann | Bildquelle: dpa

Trump-Interview NATO, Brexit und "bing, bing, bing"

Stand: 16.01.2017 00:36 Uhr

Der künftige US-Präsident Trump hat seine Vorstellungen zur US-Außen- und Wirtschaftspolitik erläutert. In einem Interview mit "Bild" und "Times" nannte er die NATO obsolet, den Brexit lobte er und deutschen Autobauern drohte er Strafzölle an.

In einem Rundumschlag hat der künftige US-Präsident Donald Trump zahlreiche seiner Aussagen zu Bundeskanzlerin Angela Merkel, zu EU und NATO sowie zu seiner künftigen Wirtschaftspolitik bekräftigt, teils verschärft und wieder relativiert.

Über Merkels Flüchtlingspolitik sagte Trump in dem Interview mit der "Bild"-Zeitung und der britischen "Times": "Ich finde, sie hat einen äußerst katastrophalen Fehler gemacht, und zwar all diese Illegalen ins Land zu lassen." Von den Folgen dieser Politik der offenen Grenzen habe Deutschland jüngst einen Eindruck bekommen, fügte Trump mit Blick auf den Weihnachtsmarkt-Anschlag in Berlin am 19. Dezember hinzu.

Statt Flüchtlinge ins Land zu lassen, hätte sich Deutschland stärker für Sicherheitszonen etwa in Syrien stark machen sollen, sagte Trump. "Die Golfstaaten hätten dafür zahlen sollen, die haben doch schließlich Geld wie kaum ein anderer." Trotzdem lobte er Merkel, vor der er stets großen Respekt gehabt habe.

"Merkel ist mit Abstand einer der wichtigsten Regierungschefs. (...) Ich hatte das Gefühl, sie ist großartig, eine großartige Anführerin."

Auf die Frage, ob er Merkel oder Russlands Präsident Wladimir Putin mehr traue, antwortete Trump: "Wir werden erst einmal beiden vertrauen und sehen, wie lange das anhält." Vielleicht halte das Vertrauen ja gar nicht lange.

Trump im Interview mit Kai Diekmann | Bildquelle: dpa
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Im Interview mit Kai Diekmann kritisierte und lobte er zugleich Merkel.

Strafzölle für deutsche Autobauer

Mit Blick auf die deutschen Autobauer sagte Trump, diese könnten Fahrzeuge für die USA bauen, "aber sie werden für jedes Auto, das in die USA kommt, 35 Prozent Steuern zahlen". Er meine damit, "dass sie ihre Fabrik in den USA bauen müssen - es wird für sie viel besser sein und für unsere Bemühungen." Trump hatte zuletzt auch dem japanischen Autobauer Toyota und dem US-Konzern General Motors mit hohen Strafzöllen gedroht, sollten sie Autos für den US-Markt in Mexiko bauen.

Den deutschen Autobauern warf Trump unfaires Verhalten vor. So stehe in manchen US-Straßen vor jedem Haus ein Mercedes Benz. Das beruhe aber nicht auf Gegenseitigkeit. "Wie viele Chevrolets sehen Sie in Deutschland? Nicht allzu viele, vielleicht gar keine, man sieht dort drüben gar nichts, es ist eine Einbahnstraße." Er sei zwar für Freihandel, aber nicht um jeden Preis, "Ich liebe den Freihandel, aber es muss ein kluger Handel sein, damit ich ihn fair nenne."

Norbert Röttgen, Vorsitzender Auswärtiger Ausschuss, mit Einschätzungen zum Trump-Interview
tagesschau24, 16.01.2017

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Lob für den Brexit

Zur deutschen Rolle in der EU sagt Trump: "Im Grunde genommen ist die Europäische Union ein Mittel zum Zweck für Deutschland." Deshalb sei es auch klug von Großbritannien, aus der EU auszutreten.

"Der Brexit wird sich letztlich als eine großartige Sache herausstellen."

Er rechne damit, dass weitere Länder diesen Schritt gehen werden. "Menschen, Länder wollen ihre eigene Identität. (...) Die Leute wollen nicht, dass andere Leute in ihr Land kommen und es zerstören."

Für die USA werde es aus seiner Sicht keine große Rolle spielen, ob die EU geschlossen oder zerrissen sei. Zum Teil sei die Union gegründet worden, um die USA im Handel zu schlagen. "Also ist es mir ziemlich egal, ob sie getrennt oder vereint ist, für mich spielt es keine Rolle."

Der Republikaner kündigte eine Verschärfung der Grenzkontrollen bei US-Einreisen an, die auch EU-Bürger treffen könnten. "Es wird extreme Sicherheitsüberprüfungen geben, es wird nicht so sein wie jetzt." Ob dies auch auf Einreisende aus EU-Staaten Auswirkungen haben werde, werde man sehen. Er werde es "nicht so machen wie Deutschland". "Wir wollen nicht, dass Leute aus Syrien zu uns kommen, von denen wir nicht wissen, wer sie sind. Es gibt keine Möglichkeit für uns, diese Leute zu überprüfen."

NATO "obsolet", aber "sehr wichtig"

Die NATO sieht der künftige US-Präsident als überaltetes Modell an. Die NATO sei obsolet, weil sie vor vielen, vielen Jahren entworfen worden sei. Auch habe sich die NATO nicht um den Terrorismus gekümmert. Trump wiederholte seinen Vorwurf, nicht alle Länder würden angemessen in ihre Verteidigung investieren.

"Wir sollen diese Länder schützen, aber viele dieser Länder zahlen nicht, was sie zahlen müssten. Das ist sehr unfair gegenüber den Vereinigten Staaten. Abgesehen davon ist mir die NATO aber sehr wichtig."

Zu den westlichen Sanktionen gegen Russland erklärte Trump, Russland leide darunter im Moment schwer. "Aber ich glaube, da könnte manches gehen, von dem viele Leute profitieren würden." Er wolle angesichts der Sanktionen der EU "mal sehen, ob wir ein paar gute Deals mit Russland machen können". Dies betreffe unter anderem eine mögliche Reduzierung des Atomwaffen-Arsenals. Trump hatte bereits vor einigen Tagen gesagt, er erwäge, die Sanktionen gegen Russland mittelfristig zu beenden.

Allerdings übte Trump Kritik an der russischen Syrien-Politik: "Das ist eine sehr üble Sache." Die Kämpfe um die syrische Stadt Aleppo seien "scheußlich" gewesen. "Wenn man sieht, wie sie alte Frauen erschießen, die die Stadt verlassen. Sie können nicht einmal da lang gehen und werden erschossen. Es wirkt fast so, als würden sie sie zum Spaß erschießen - ach, das ist schrecklich, das ist eine schreckliche Lage. Aleppo ist in einer so furchtbaren humanitären Lage."

Trump sieht aber auch Fehler Obamas: "Wir hatten die Chance, etwas zu tun, als wir diese rote Linie zogen, die aber nicht galt - nichts ist geschehen. Das war die einzige Gelegenheit, und jetzt ist es irgendwie... sehr spät. Es ist zu spät, jetzt ist alles vorbei."

Trump will weiter twittern - "bing, bing, bing"

Seine Angewohnheit, selbst Twitter-Nachrichten zu versenden, will Trump nicht aufgeben:

"Ich dachte, ich würde es zurückschrauben, aber die Presse berichtet so unehrlich über mich - so unehrlich - dass ich mich über Twitter äußere. Und es sind nicht 140 Zeichen, es sind jetzt 140, 280 - ich kann bing, bing, bing machen und mache einfach weiter, und sie veröffentlichen es, sobald ich es twittere."

Insgesamt rechnet Trump mit einer deutlichen Veränderung seines Lebensstils: "Das ist eine sehr, sehr große Veränderung. Ich führte ein sehr angenehmes Leben, Sie wissen schon, erfolgreich und gut."

Der Dienstsitz als Präsident sei dagegen etwas völlig anderes: "Wenn du der Präsident bist, bist du im Weißen Haus, das ein ganz besonderer Ort ist. Du bist da für begrenzte Zeit, wer will es schon verlassen?" Wer im Weißen Haus sei, wolle nicht Urlaub machen. Es gebe "viel Arbeit zu erledigen". "Ich werde nicht oft weggehen. Ich werde im Weißen Haus sein und arbeiten, meine Aufgabe erfüllen."

Trump vor Amtseinführung - Was ist zu erwarten?
tagesschau24, 16.01.2017, Arnd Henze, ARD Berlin

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Wirr und widersprüchlich – erste Reaktionen auf Trump-Interview
M. Mair, ARD Berlin
16.01.2017 09:31 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Januar 2017 um 01:04 Uhr.

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