US-Außenminister Tillerson und der saudi-arabische Außenminister Adel Ahmed Al-Jubeir n Riad. | Bildquelle: dpa

Tillerson in Riad USA zimmern an Front gegen den Iran

Stand: 22.10.2017 20:18 Uhr

Mehr als ein Vierteljahrhundert lagen die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und dem Irak brach. Nun nähern sich die beiden Nachbarn wieder an - unter aktiver Mithilfe der USA. Beide Länder sollen ein Bollwerk gegen das "bösartige Verhalten" des Iran bilden, so US-Außenminister Tillerson.

Saudi-Arabien und der Irak haben nach vielen Jahren der Spannungen weitere Schritte für eine Stärkung der gemeinsamen Beziehungen gemacht. Im Beisein von US-Außenminister Rex Tillerson gründeten der saudi-arabische König Salman und der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi einen Koordinierungsrat, durch den beiden Länder künftig enger zusammenarbeiten sollen.

Ziel: den Iran isolieren

Die USA erhoffen sich durch die Annäherung auch eine Verminderung des iranischen Einflusses in der Region. Tillerson rief die arabischen Staaten im Nahen und Mittleren Osten auf, den Iran zu isolieren und seine Machtansprüche zurückzuweisen. Insbesondere Saudi-Arabien und dem Irak wies er dabei die Rolle eines Bollwerks gegen iranische Bestrebungen zu, seinen Einfluss vom Persischen Golf bis zum Mittelmeer auszuweiten.

Vor allem ein unabhängiger und blühender Irak sei ein gutes Gegenmittel gegen das "bösartige Verhalten" Teherans, sagte Tillerson in Riad.

US-Außenminister Tillerson und der saudi-arabische Außenminister Adel Ahmed Al-Jubeir in Riad. | Bildquelle: AFP
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US-Außenminister Tillerson und der saudi-arabische Außenminister Adel Ahmed Al-Jubeir in Riad.

Der Iran kritisierte die US-Regierung, ein arabisches Bündnis gegen Teheran schmieden zu wollen. "Leider will die Regierung von US-Präsident Donald Trump aus ihren Fehlern nicht lernen und auch von ihrem Anti-Iran-Kurs der letzten Monate nicht abweichen", sagte Außenminister Mohamed Dschawad Sarif. Die Trump-Regierung wolle auch nicht begreifen, dass der Iran für die Region keine Gefahr sei, sondern mit dem Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) für Frieden und Stabilität in der Region sorgen wolle.

Iranische Milizen sollen Irak verlassen

Der Irak unterhält enge Beziehungen zum Iran, seinem schiitischen Nachbarn. So kämpfen im Irak Milizen, die unter dem Einfluss Teherans stehen. Die USA wollen diese im Irak nicht mehr sehen und stellen eine eindeutige Forderung an Bagdad. "Sicherlich müssen iranische Milizen, die sich im Irak befinden, jetzt, da der Kampf gegen den IS zu Ende geht, nach Hause gehen", so Tillerson. Den Irakern müsse es gestattet sein, die Kontrolle über ihre Heimat selbst ausüben zu können.

Der Iran gilt als Gegenspieler Saudi-Arabiens in der Region. Im Syrienkrieg unterstützt Saudi-Arabien Rebellengruppen, während Teheran einer der wichtigsten Verbündeten von Präsident Bashar al-Assad ist.

Die Beziehungen zwischen dem Irak und Saudi-Arabien waren angespannt, seitdem die US-Armee saudischen Boden 1991 für den Angriff auf den Irak nutzte. Im vergangenen Jahr entsandte Saudi-Arabien jedoch zum ersten Mal seit rund 25 Jahren einen Botschafter nach Bagdad. Der saudische Außenminister Adel al-Dschubair reiste Ende Februar zu Gesprächen in den Irak. Kürzlich war erstmals seit 27 Jahren eine kommerzielle Passagiermaschine aus Riad in Bagdad gelandet.

Das US-Außenministerium berichtete zudem, dass Tillerson mit König Salman im persönlichen Gespräch darüber beriet, wie man dem Einfluss des Iran entgegentreten könne. Die US-Regierung fährt gegenüber Teheran einen harten Kurs. Präsident Donald Trump hatte es abgelehnt zu bescheinigen, dass sich Teheran an das internationale Atomabkommen mit dem Land hält. Damit droht im äußersten Fall das Ende der Vereinbarung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Oktober 2017 um 18:00 Uhr.

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