Der Leiter des britischen Geheimdienstes MI5, Andrew Parker, bei einer Rede in London | Bildquelle: REUTERS

Britischer Geheimdienst "Terrorgefahr nie so hoch wie jetzt"

Stand: 18.10.2017 09:02 Uhr

Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 hat vor einer nie dagewesenen Gefahr durch islamistische Terroristen gewarnt. Von der Idee bis zur Ausführung des Anschlags könnte es manchmal nur wenige Tage dauern, erklärte Geheimdienst-Chef Parker.

In den vergangenen vier Jahren hat der britische Inlandsgeheimdienst MI5 nach eigenen Angaben 20 Anschläge vereitelt, davon allein sieben in den vergangenen sieben Monaten. Die Bedrohung durch islamistische Extremisten entwickle sich rasch und funktioniere in einem bislang ungekannten Ausmaß, sagte der Generaldirektor des MI5, Andrew Parker, in einer Rede in London. Er sprach von der größten Terrorgefahr in seiner 34-jährigen Karriere.

Viel Arbeit für die Ermittler

Anschläge könnten manchmal innerhalb weniger Tage Fahrt aufnehmen - von der Idee über die Planung bis zur Ausführung, sagte Parker. Die Arbeit der Ermittler werde dadurch erschwert, dass sich Terroristen im Internet verbergen könnten. Der MI5 ermittelt nach seinen Angaben derzeit in mehr als 500 Fällen - mit insgesamt rund 3000 Extremisten. Dazu kommen laut Parker Rückkehrer aus Syrien und dem Irak. Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres hat es demnach 379 Festnahmen gegeben.

Zusätzlich zu den Extremisten, die derzeit überwacht würden, gebe es die mehr als 20.000 Menschen, die den Behörden wegen extremistischer Aktivitäten bekannt seien, sagte Parker. Großbritannien ist in diesem Jahr bereits fünf Mal Ziel eines Terroranschlags geworden - vier Mal in London und ein Mal in Manchester. Dabei wurden insgesamt 35 Menschen getötet. Im ganzen Land gelten wegen der erhöhten Terrorgefahr strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Oktober 2017 um 09:00 Uhr.

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