Nach dem Anschlag in Bagdad | Bildquelle: REUTERS

Terror im Irak Viele Tote bei Anschlägen in Bagdad

Stand: 08.01.2017 16:39 Uhr

Bei zwei Selbstmordanschlägen in Bagdad sind mindestens 18 Menschen getötet worden. Allein auf einem Großmarkt in der irakischen Hauptstadt riss ein Angreifer zwölf Menschen in den Tod. Die Terrororganisation IS übernahm die Verantwortung für das Attentat.

Die irakische Hauptstadt Bagdad ist von zwei Anschlägen erschüttert worden. Insgesamt kamen dabei mindestens 18 Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Zuerst war der zentrale Gemüse-Großmarkt Ziel eines Selbstmordattentäters. Hier starben nach Angaben von Sicherheitskräften und Medizinern mindestens zwölf Menschen, weitere 26 wurden verletzt. Der Anschlag ereignete sich am frühen Morgen im Nordosten der irakischen Hauptstadt, nahe dem überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil Sadr-City.

IS übernimmt Verantwortung

Der Selbstmordattentäter habe versucht, mit dem Auto die Absperrungen zu einem der größten Lebensmittelmärkte der Stadt zu durchbrechen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Als ein Soldat das Feuer auf ihn eröffnete, habe er das Fahrzeug in die Luft gesprengt.

Das Sprachrohr der Terrororganisation "Islamischer Staat", Amak, berichtete kurz nach der Tat, dass es sich um einen Selbstmordanschlag handelte, der Schiiten gegolten habe. Die sunnitische Terrormiliz sieht die Schiiten als Abtrünnige an und verübt immer wieder Anschläge auf vorwiegend von Schiiten bewohnte Stadtviertel.

Tote nach Selbstmordanschlägen in Bagdad
tagesschau 17:15 Uhr, 08.01.2017

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Zweiter Anschlag im Osten Bagdads

Der zweite Anschlag ereignete sich im östlichen Stadtteil Baladijat. Sechs Menschen wurden getötet, als ein Selbstmordattentäter einen Sprengsatz ebenfalls auf einem Markt zündete. 16 Personen wurden verletzt, wie Behördenvertreter sagten. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Doch trug die Tat die Handschrift des IS.

Im Visier des IS

Die irakische Hauptstadt war in den vergangenen Wochen verstärkt Ziel von Anschlägen. Der sunnitische IS verübt im Irak immer wieder Attentate, die sich gegen Sicherheitskräfte und Schiiten richten. Die Extremisten wollen die Spannungen zwischen der Mehrheit der Schiiten und den Sunniten im Land weiter vergrößern.

Zudem steht der IS im Irak unter Druck, weil seit Oktober eine Offensive der Armee, kurdischer Peschmerga-Kämpfer und verbündeter Milizen auf die nordirakische IS-Hochburg Mossul läuft.

Über dieses Thema berichtete NDR Info im Echo am Morgen am 08. Januar 2017 um 09:00 Uhr

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