Mausoleum von Ayatollah Khomeini (Archivbild) | Bildquelle: REUTERS

Schießerei in Parlament und Mausoleum Tote bei Angriffen in Teheran

Stand: 07.06.2017 11:05 Uhr

Bei Angriffen in Teheran sind offenbar mehrere Menschen getötet worden. Im iranischen Parlament schossen Männer auf Sicherheitskräfte und nahmen Geiseln. Am Mausoleum von Revolutionsführer Khomeini fielen ebenfalls Schüsse.

Im iranischen Parlament sind Schüsse gefallen. Das berichten mehrere iranische Medien, darunter die Nachrichtenagenturen Fars und Mehr. Berichten zufolge soll es mehrere Angreifer gegeben haben. Drei bis vier bewaffnete Männer seien mit automatischen Waffen ins Parlament eingedrungen.

Rund um das Parlament postierten sich Scharfschützen, die Zufahrten wurden abgesperrt. Fernsehbilder zeigen Menschen in Panik, die sich hinter Bäumen knien und darauf warten, ein Signal von den Sicherheitskräften zu bekommen, weglaufen zu dürfen.

Der Abgeordnete Elias Hazrati sagte dem staatlichen TV-Sender, ein Mann mit einer Pistole und zwei mit AK-47-Gewehren seien ins Parlament eingedrungen. Die Agentur Tasnim berichtet ebenfalls über den Angriff und meldet sieben Tote.

Das Parlamentsgebäude in Teheran | Bildquelle: REUTERS
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Das Parlament sitzt im Zentrum der iranischen Hauptstadt Teheran.

Zunächst gab es Berichte über eine Geiselnahme, dann hieß es, ein Selbstmordattentäter habe sich in die Luft gesprengt. Das melden die Agentur Fars und das Staatsfernsehen Irib. Andere Agenturen berichten von der Explosion eines Sprengsatzes und von andauernden Schießereien rund um das Parlament.

Auch am Mausoleum von Ajatollah Khomeini gab es Schüsse. Drei bewaffnete Männer drangen laut übereinstimmenden Berichten in das Mausoleum ein und begannen, auf die dort Betenden zu schießen. Mehrere Menschen seien dabei verletzt worden, meldet die Agentur Fars.

Zwei der Angreifer seien überwältigt und festgenommen worden, ein Dritter habe sich in die Luft gesprengt. Bei dem Selbstmordattentat wurde der Agentur Isna zufolge ein Gärtner getötet.

Zusammenhang mit Saudi-Arabien?

Das Mausoleum liegt im Süden der iranischen Hauptstadt, das Parlament befindet sich etwa 20 Kilometer davon entfernt im Zentrum Teherans. Nach Angaben iranischer Zeitungen erfolgten die Angriffe zeitgleich. Ob es sich um eine konzertierte Aktion handelte, war zunächst unklar. Auch die Identität der Angreifer und ihre Motive sind noch nicht bekannt.

Mehrere iranische Beobachter vermuten, dass die Angriffe im Zusammenhang mit den aktuellen Spannungen mit Saudi-Arabien stehen. Manche vermuten, dass dies, sollte sich das erhärten, ein Kriegsgrund sein könnte.

Der Angriff kommt in innen- wie außenpolitisch turbulenten Zeiten: Nach der Präsidentenwahl im Mai, bei der der amtierende Präsident Hassan Rohani wiedergewählt wurde, steht derzeit ein Austausch etwa der Hälfte aller Minister an.

Rohani, der in seiner ersten Amtszeit hinter den Erwartungen zurückblieb und kaum Reformen durchsetzen konnte, will angeblich jüngere, reformbereitere Leute in sein neues Kabinett holen. Außenpolitisch bestimmt vor allem der Streit mit Saudi-Arabien die Agenda.

Saudi-Arabien hat zusammen mit weiteren arabischen Ländern eine Isolation des Emirats Katar durchgesetzt, das vergleichsweise gute Beziehungen zu Iran hat.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Juni 2017 um 10:44 Uhr.

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