Karte Afghanistan mit Kandahar und Farah

Afghanistan Anschlagsserie der Taliban

Stand: 14.11.2017 12:17 Uhr

Angriffe auf Kontrollpunkte am Morgen und in der Nacht: Bei einer Serie von Anschlägen der radikalislamischen Taliban im Süden und Westen Afghanistans sind 37 Polizisten und Soldaten getötet worden.

Bewaffnete Taliban haben mehrere Polizeiposten im Süden und Westen Afghanistans angegriffen und dabei insgesamt mindestens 37 Sicherheitskräfte getötet. Der regionale Abgeordnete Chalid Paschtun sprach auch von 30 verletzten Polizisten.

Die radikalislamischen Kämpfer attackierten in der Nacht 15 Stützpunkte in der Provinz Kandahar, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Taliban hätten Selbstmordattentäter und schwere Waffen eingesetzt, starke Gefechte hätten die ganze Nacht angedauert. 22 Polizisten seien dort getötet worden, zudem 45 Taliban.

Angriffe auf Kontrollposten

In der westlichen Provinz Farah griffen Taliban am Morgen zwei Kontrollposten der Armee an. 15 Soldaten starben, wie ein Mitglied des Provinzrats sagte. "Die Taliban konnten einen der Posten kurzzeitig erobern", sagte er. Dann sei Verstärkung und Unterstützung aus der Luft eingetroffen und der Posten habe zurückerobert werden können. In einem anschließenden Gefecht seien 15 Taliban getötet worden, sagte Gouverneur Mohammed Naser Mehri.

Ein Sprecher der Taliban bekannte sich zu den Angriffen in beiden Provinzen.

Immer wieder Nachts

Angriffe der radikalislamischen Kämpfer auf Einrichtungen von Polizei und Armee in Afghanistan, insbesondere nachts, häufen sich in jüngster Zeit und finden fast täglich statt.

Im Oktober waren bei einer Reihe schwerster islamistischer Anschläge innerhalb weniger Tage hunderte Menschen getötet worden. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump im August angekündigt, das Truppenkontingent seines Landes in Afghanistan um 3000 weitere Soldaten aufzustocken. Grund für die Truppenaufstockung ist das Wiedererstarken Taliban, die inzwischen fast wieder 40 Prozent des afghanischen Staatsgebiets kontrollieren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. November 2017 um 10:00 Uhr.

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