Rauchwolken steigen nach Einschlägen über der syrischen Stadt Duma auf | Bildquelle: dpa

Giftgasangriff in Syrien Großmächte auf Konfrontationskurs

Stand: 14.04.2018 01:42 Uhr

Die USA sehen es als erwiesen an, dass die syrische Armee hinter dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Duma steckt. Russland gibt Großbritannien die Schuld. In Washington soll es Streit über das Ausmaß eines möglichen Militärschlags geben.

Eine Woche nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in der Stadt Duma sieht die US-Regierung es als erwiesen an, dass die syrische Regierung dafür verantwortlich ist. Die russische Behauptung, der Angriff sei lediglich inszeniert worden, sei falsch, erklärte die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Sarah Sanders. "Unsere Geheimdienste sagen uns etwas anderes", sagte Sanders.

Ähnlich äußerte sich die Sprecherin des US-Außenministeriums. "Wir haben alle miteinander gesprochen und Informationen ausgetauscht, darunter auch Geheimdienstinformationen, und wir können sagen, dass die syrische Regierung hinter diesem Angriff steckte", sagte Heather Nauert.

"Die Attacke fand am Samstag statt und wir wissen mit Sicherheit, dass es sich um eine Chemiewaffe handelte", so Nauert. Nur bestimmte Länder wie Syrien verfügten über "diese Art von Waffen". Ihre Regierung könne beweisen, dass der syrische Machthaber Baschar al-Assad für den Angriff auf Duma verantwortlich sei. Die Beweise könnten aber nicht veröffentlicht werden, da ein großer Teil der Informationen als geheim eingestuft sei. Sie sei überzeugt, dass Großbritannien nichts damit zu tun hat.

UN-Sicherheitsrat debattiert mutmaßlichen Giftgasanschlag in Syrien
nachtmagazin 01:00 Uhr, 14.04.2018, Torsten Beermann, ARD New York

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Lawrow: "Mit Hilfe eines Geheimdienstes inszeniert"

Russland hatte Großbritannien eine "direkte Beteiligung" vorgeworfen. Das Militär habe "Beweise", die eine "direkte Beteiligung Großbritanniens an der Organisation dieser Provokation in Duma belegen", sagte der Sprecher der russischen Armee, Igor Konaschenkow. London habe bei der Inszenierung des mutmaßlichen Giftgasangriffs "starken Druck" auf die syrische Zivilschutzorganisation der Weißhelme ausgeübt.

Zuvor hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow mitgeteilt, es gebe Beweise, wonach der mutmaßliche Chemiewaffenangriff in Syrien mit Hilfe eines ausländischen Geheimdienstes inszeniert worden sei. Ein konkretes Land nannte er nicht. "Wir haben unwiderlegbare Beweise dafür, dass dies ein weiterer inszenierter Vorfall war", sagte Lawrow. Der Geheimdienst eines "bestimmten Staates, der jetzt an vorderster Front einer antirussischen Kampagne" stehe, sei in die Inszenierung verwickelt.

Die britische UN-Botschafterin Karen Pierce bezeichnete den russischen Vorwurf als "grotesk", "bizarr" und "offenkundige Lüge". "Es ist die schlimmste Fake News, die wir bisher von der russischen Propagandamaschine gesehen haben."

Von heute an wollen Ermittler der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) in Duma untersuchen, ob ein Giftgasangriff stattgefunden hat. Die Verantwortlichen ermitteln sollen sie aber nicht.

Trump und Bolton drängen auf Militärschlag

US-Präsident Trump hatte als Vergeltungsmaßnahme für den mutmaßlichen Giftgas-Angriff einen Militärschlag angekündigt. Anschließend war die US-Führung allerdings wieder zurückgerudert und erklärte, es sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" habe das US-Militär bereits mehrere Zeitfenster für einen Angriff vorbereitet gehabt, unter anderem eines in der Nacht zum Freitag. Verteidigungsminister Mattis habe diese aber aus der Sorge abgesagt, alles andere als ein vorwiegend symbolischer Angriff berge das Risiko einer erheblichen Eskalation vor allem mit Russland.

Trump sei mit eher zurückhaltenden Optionen des Militärs allerdings nicht zufrieden und dränge zu einem deutlich härteren Schlag als zunächst vorgesehen, schrieb die Zeitung mit Berufung auf mehrere Quellen der Regierung. Bei einem Treffen mit Mattis soll sich Trump dafür stark gemacht haben, mit einem Militärschlag nicht nur die syrische Regierung zu treffen, sondern auch Russland und den Iran "bezahlen zu lassen".

Auch Trumps neuer Sicherheitsberater John Bolton soll sich für ein härteres Vorgehen in Syrien einsetzen. Bolton, der vor kurzem den eher gemäßigten Herbert Raymond McMaster abgelöst hatte, sei für einen "verheerenden Schlag" gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad und dessen Infrastruktur.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 13. April 2018 um 01:00 Uhr.

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