Im syrischen Dorf Ghunaymiyah, rund 15 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt, erhalten die Menschen humanitäre Hilfe. | Bildquelle: AP

Verhandlungen in Genf Syrien-Gespräche mit Verspätung

Stand: 01.03.2016 21:57 Uhr

Die Genfer Syrien-Gespräche werden am 9. März fortgesetzt, zwei Tage später als geplant. Grundlage ist, dass die Waffenruhe eingehalten wird. Oppositions- und Regierungstruppen beschuldigen sich gegenseitig, die seit Samstag geltende Feuerpause zu gefährden.

Der UN-Syrienvermittler Staffan de Mistura hat die geplanten Genfer Friedensgespräche für Syrien vom 7. auf den 9. März verschoben. Er begründete dies mit logistischen und praktischen Gründen.

Allerdings gibt es bei den Kriegsparteien Streit darüber, wie weit die geltende Waffenruhe eingehalten wird. "Die vereinbarten Gespräche hängen von der Lage vor Ort ab", sagte Samir al-Naschar vom Oppositionsbündnis Syrische Nationale Koalition der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir sind Zeugen zunehmender Verletzungen der Waffenruhe durch die Russen und das syrische Regime. Wenn das so weitergeht, dann wird die Feuerpause zusammenbrechen." Das gefährde "alle künftigen Friedensgespräche", sagte er.

Die syrischen Regierungstruppen machen ihrerseits die Aufständischen für Verletzungen der Waffenruhe verantwortlich. Die Staatsagentur Sana meldete, Rebellen hätten sieben Granaten auf von der Regierung kontrollierte Viertel der Stadt Sabil und den Flughafen von Daraa gefeuert.

Nach russischen Angaben wurde im Nordwesten Syriens eine internationale Journalistengruppe beschossen, darunter auch Deutsche. Mehrere Artilleriegeschosse seien 150 bis 400 Meter von den 33 Reportern entfernt eingeschlagen, sagte ein russischer Militärsprecher. Die Geschosse sollen den Angaben zufolge von türkischem Territorium aus abgefeuert worden sein.

UN-Sondervermittler Staffan de Mistura | Bildquelle: dpa
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UN-Sondervermittler de Mistura hat die Syrien-Gespräche für Mittwoch in einer Woche angesetzt.

Kerry und Lawrow: Zusammenarbeit für Ende der Kämpfe

Unterdessen telefonierte US-Außenminister John Kerry mit seinem russischen Kollegen Sergei Lawrow. Nach Angaben des Außenministeriums in Moskau bekräftigten die beiden Diplomaten die Notwendigkeit, für ein Ende der Kämpfe weiter zusammenzuarbeiten.

An den Genfer Friedensverhandlungen sollen die von der Staatengemeinschaft anerkannten Kriegsparteien teilnehmen, also nicht die beiden größten Islamistentruppen der Al-Nusra-Front und des Islamischen Staates (IS). Die Friedensgespräche waren Anfang Februar nach nur wenigen Tagen in Genf abgebrochen und vertagt worden. Seit 2012 waren zwei ähnliche Verhandlungsrunden gescheitert. Der Krieg in Syrien dauert schon seit fünf Jahren an, mehr als 250.000 Menschen kamen um.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. März 2016 um 20:00 Uhr.

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