Militärgefängnis Saidnaja in Syrien (undatierte Illustration) | Bildquelle: Forensic Architecture/AI/dpa

Militärgefängnis Syrien dementiert Hinrichtungen

Stand: 08.02.2017 12:08 Uhr

Die syrische Regierung hat einen Bericht von Amnesty International über angebliche Massenhinrichtungen in einem Militärgefängnis zurückgewiesen. Die Vorwürfe seien "völlig unwahr". Ziel des Berichts sei es, den Ruf der syrischen Regierung zu schädigen.

Syriens Regierung hat einen Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International über Massenhinrichtungen in einem Militärgefängnis nahe Damaskus als falsch zurückgewiesen. Die Vorwürfe seien "völlig unwahr" und Teil einer Hetzkampagne gegen das Assad-Regime, teilte das Justizministerium mit. Die Anschuldigungen seien zudem unbegründet, weil Urteile zu Exekutionen in Syrien nach einer ordnungsgemäßen Bearbeitung und verschiedenen Phasen von Rechtsverfahren gefällt würden.

"Irreführende und aufhetzende" Medien hätten den Amnesty-Bericht verbreitet, um den Ruf der syrischen Regierung in der Welt zu schädigen, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums, die von der staatlichen Nachrichtenagentur Sana veröffentlicht wurde. Dies sei die Intention gewesen, nachdem die Regierung "militärische Siege gegen Terrorgruppen" errungen habe. Die politische Führung in Damaskus bezeichnet alle bewaffneten Gegner als "Terroristen".

Bis zu 13.000 Menschen gehängt?

Amnesty hatte in seinem am Dienstag veröffentlichten Bericht von grausamen Zuständen in einem syrischen Gefängnis gesprochen, das unter Gefangenen als "Schlachthaus" bezeichnet worden sein soll. Zwischen 2011 und 2015 wurden in der Haftanstalt nördlich von Damaskus wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation nach nur wenige Minuten dauernden Scheinprozessen bis zu 13.000 Menschen gehängt.

In ihrem Bericht beruft sich Amnesty International auf Interviews, die mit 31 früheren Insassen und mehr als 50 Behördenvertretern wie ehemaligen Wärtern und Richtern geführt wurden.

Justizministerium weist Amnesty Internationals Vorwürfe zurück
B. blasche, ARD Kairo
08.02.2017 14:47 Uhr

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Über dieses Thema berichteten Inforadio am 08. Februar 2017 um 11:03 Uhr und NDR Info in den Nachrichten u.a. um 10:45 und 11:45 Uhr.

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