Ein Mann geht an einem zerstörten Gebäude in Aleppo entlang. | Bildquelle: dpa

Krieg in Syrien Neue Waffenruhe ab Donnerstag?

Stand: 28.12.2016 12:14 Uhr

Russland und die Türkei sind sich offenbar einig: Ab Donnerstag soll in Syrien eine generelle Waffenruhe beginnen. Dem Vorschlag müssen nun noch die syrischen Konfliktparteien zustimmen.

Russland und die Türkei wollen offenbar eine generelle Waffenruhe für Syrien durchsetzen. Das berichtete die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Ziel sei es, dass die Waffenruhe ab Donnerstag um 00.00 Uhr (Ortszeit) in Kraft tritt. Der Vorschlag solle nun den Konfliktparteien in Syrien vorgelegt werden. Der Kampf gegen Terrororganisationen würde jedoch fortgesetzt.

Bereits gestern hatten die beiden Länder angekündigt, gemeinsam mit dem Iran neue Friedensgespräche für Syrien auf den Weg bringen wollen. Die drei Staaten wollten als Garantiemächte für ein Friedensabkommen bereitstehen, wie Anadolu in ihrem Bericht bekräftigte. Die Gespräche sollen demnach im Januar im kasachischen Astana stattfinden. Teilnehmen sollten sowohl Vertreter der syrischen Regierung als auch der in dem Land kämpfenden Rebellengruppen. Nicht dabei sein sollen die UN, hieß es gestern aus dem russischen Außenministerium. Die UN hatten bislang die Leitung der Friedensbemühungen inne und auch die USA und europäische Länder an den Verhandlungstisch geholt.

Heftige Kritik an den USA

Doch gerade an den USA übt Russland, das im syrischen Krieg den Machthaber Bashar al-Assad unterstützt, immer vehementere Kritik. Die Ankündigung Washingtons, Auflagen für die Rüstungslieferungen an syrische Rebellen lockern zu wollen, bezeichnete der russische Außenminister Sergej Lawrow als "feindlichen Akt".

Recep Tayyip Erdogan | Bildquelle: AFP
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Der türkische Präsident Erdogan wirft den USA vor, Extremisten in Syrien zu unterstützen.

Und auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan richtete scharfe Töne in Richtung USA. Diese würden in Syrien extremistische Gruppen wie den "Islamischen Staat" und die militanten Kurdengruppen YPG und PYD unterstützen. Die Türkei kämpft auf syrischem Boden gegen kurdische Rebellengruppen, um ein Erstarken der Kurden im eigenen Land und die Bildung eines kurdischen Staates an der türkischen Grenze in Nordsyrien zu verhindern.

Die US-Botschaft in Ankara wies diese Vorwürfe zurück: Behauptungen, die USA würden den IS unterstützen, seien nicht wahr. Weiterhin würden die USA keinesfalls Waffen oder Sprengstoff an kurdische Milizen wie die YPG oder an die PKK liefern. Im Kampf gegen die Terrormiliz sind die Türkei und die USA eigentlich Partner - die US-Botschaft betonte nochmals, dass die "enge Zusammenarbeit" beider Länder zu diesem Zweck fortgesetzt werden solle.

Die türkische Armee versucht derzeit, die nordsyrische Stadt Al-Bab unter ihre Kontrolle zu bringen. Seit Tagen liefern sich die Soldaten Gefechte mit IS-Kämpfern.

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Bilder aus Aleppo zeigen die Zerstörung der syrischen Stadt - aufgenommen zwischen 2008 und 2016

Blick auf die Altstadt von Aleppo
Blick auf die Altstadt von Aleppo

Blick auf die Altstadt von Aleppo im November 2008 und im Dezember 2016

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Über dieses Thema berichteten u.a. tagesschau24 am 28. Dezember 2016 um 10:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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