Der russische Außenminister Lawrow sitzt auf einer Pressekonferenz in München neben seinem Amtskollegen Kerry aus den USA. | Bildquelle: dpa

Telefonat zwischen Kerry und Lawrow Feuerpause "in den kommenden Tagen"?

Stand: 21.02.2016 12:24 Uhr

Eigentlich sollen die Waffen in Syrien seit zwei Tagen schweigen - doch ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht. Nun verbreitet US-Außenminister John Kerry neue Hoffnung: Mit seinem russischen Kollegen Lawrow habe er sich "vorläufig" auf Bedingungen für eine Feuerpause verständigt.

US-Außenminister John Kerry hat sich nach eigenen Angaben mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow "vorläufig" auf Bedingungen für eine Waffenruhe in Syrien verständigt.

In einem Telefonat am Morgen "haben wir eine grundsätzliche vorläufige Einigung über eine Feuerpause erreicht, die in den nächsten Tagen beginnen könnte", sagte Kerry in der jordanischen Hauptstadt Amman. Die Präsidenten beider Länder, Barack Obama und Wladimir Putin, würden in den nächsten Tagen noch einmal darüber sprechen. Auch die russische Regierung bestätigte das Gespräch.

Syrien zwischen Bombenanschlägen und neuer Hoffnung
tagesthemen 22.45 Uhr, 21.02.2016, Volker Schwenck, ARD Kario

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Assad nennt neue Bedingungen

Syriens Machthaber Bashar al-Assad nannte derweil erneut Bedingungen für eine Waffenruhe. Der spanischen Zeitung "El País" sagte er, Terroristen dürften eine Feuerpause nicht dazu ausnutzen, ihre Positionen zu verbessern. Zudem müssten andere Länder - vor allem die Türkei - daran gehindert werden, den Terroristen mehr Kämpfer, Waffen oder andere logistische Unterstützung zukommen zu lassen. Das syrische Regime bezeichnet die gegen sie kämpfenden Rebellen als Terroristen.

Die Hilfe aus Russland und dem Iran sei wesentlich für die jüngsten Erfolge seiner Truppen, sagte Assad. Syrien habe diese Unterstützung benötigt, da mehr als 80 Länder mit unterschiedlichen Mitteln die Terroristen stärkten. Einige Staaten würden sie etwa mit Geld oder Waffen direkt unterstützen. Andere böten politische Hilfe in unterschiedlichen internationalen Foren an.

Russland verlegt Kampfflugzeuge

Am 12. Februar hatten sich 18 Staaten in München auf eine Waffenruhe geeinigt. Doch Russland fliegt zur Unterstützung der syrischen Armee weiter Luftangriffe, die Türkei beschießt Stellungen syrischer Kurden, und die von den USA-geführte Koalition fliegt Angriffe auf die Terrormiliz "Islamischer Staat". Russland verlegte zudem mehrere Kampfflugzeuge auf den Stützpunkt Erebuni in Armenien nahe der türkischen Grenze.

Türkischer Beschuss "unfassbare Verletzung"

Die Regierung in Moskau kritisierte zudem vehement den türkischen Artilleriebeschuss auf Stellungen im Norden Syriens. Diese stellten eine "unfassbare Verletzung" des Völkerrechts dar, hieß es in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur Sana veröffentlichten Regierungserklärung.

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