Krieg in Syrien - Aleppo | Bildquelle: AP

Syrien-Einigung Islamisten und Rebellen eng verwoben

Stand: 12.02.2016 13:48 Uhr

Gerade in der Region Aleppo seien die Kämpfer der Al-Nusra-Front stark vertreten und eng mit anderen Rebellen verwoben, sagt, ARD-Korrespondent Volker Schwenck. Dort würden also wohl auch weiter Bomben fallen, die offiziell dem Terror gelten.

In München haben sich die Außenminister der Syrien-Kontaktgruppe darauf verständigt, die Kampfhandlungen deutlich zu verringern. Erklärtes Ziel ist, in einer Woche eine landesweite Waffenruhe einkehren zu lassen. Von der Pause ausgenommen sind aber Angriffe auf den "Islamischen Staat" und die Al-Nusra-Front - sie sollen weitergehen.

Waffenruhe beschlossen: Volker Schwenck, ARD Kairo, mit einer Einschätzung
tagesschau24 12:00 Uhr, 12.02.2016

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Genau darin liegt ein großes Problem, erklärt Volker Schwenck aus dem ARD-Studio Kairo: "Gerade in der Region Aleppo und Umgebung ist die Al-Nusra-Front stark vertreten und fast unaufhebbar mit anderen Rebellengruppen verwoben. Wenn es also in Zukunft zu Bombenangriffen auf Aleppo kommen wird, dann kann Russland oder Syrien sagen: Wir haben die Al Nusra-Front bombardiert, und niemand, der in München mit am Verhandlungstisch saß, kann dagegen etwas sagen." Gerade für die Menschen in Aleppo sei das letztlich dann keine Feuerpause.

Hoffnung liege nun darin, dass Russland aus einem bestimmten Grund an den Verhandlungstisch zurückkehren könnte: "US-Militärexperten sagen, dass syrische Truppen zwar mit russischer Unterstützung auf dem Vormarsch sind", so Schwenck. Langfristig seien diese Truppen aber nicht in der Lage, eroberte Gebiete auch zu halten. "Möglicherweise hat Russland die Rechnung aufgemacht, dass es langfristig schlichtweg nicht oder nur zu einem sehr hohen Preis zu leisten ist, die Gebiete zu sichern. Und dass Verhandeln die bessere Alternative ist."

Ob die nun gefundene Einigung tatsächlich zu einer Waffenruhe oder sogar zum Frieden für Syrien führen wird, hält Schwenck für eine "Millionen-Dollar-Frage": "Die Lage in Syrien ist kompliziert. Es ist nicht so einfach, etwas am Verhandlungstisch zu entscheiden, das dann auch umgesetzt werden kann."

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