Nach dem Bombardement steigen Rauchsäulen in Kafr Batna in der Region Ost-Ghouta auf. | Bildquelle: AFP

UN-Sicherheitsrat zu Ost-Ghouta Wie das Wort "Schande" verhallt

Stand: 23.02.2018 01:58 Uhr

Der britische UN-Botschafter nennt die Angriffe auf Ost-Ghouta eine "Schande", sein russischer Kollege sieht eine "Massenpsychose" der Medien. Der Sicherheitsrat konnte sich nicht auf eine Waffenruhe einigen.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

"Schande." Dieses Wort hallte durch den Saal. Das Leiden der syrischen Bevölkerung bringe Schande über alle hier im Sicherheitsrat. Der saß wieder einmal zusammen, weil die Russen reden wollten über das, was der britische UN-Vertreter Stephen Hickey eine Schande nannte. "Die Hölle auf Erden. Das Leiden der Menschen ist nicht mehr zu ertragen."

Der Brite meinte die Lage in Ost-Ghouta. Syrien und Russland wollen die seit Jahren belagerte Rebellenhochburg dort sturmreif bomben. In den letzten Tagen gab es dort Hunderte Tote.

Mark Lowcok, Chef der UN-Notfhilfeorganisation OCHA hatte zuvor - an alle hier am Tisch gewandt - gesagt: Es sei nicht einfach nett, wenn die humanitären Helfer Zugang zu der Region bekämen. Es sei ein verbrieftes Recht. Eines aber, das in Syrien längst nicht mehr gilt.

Neue Angriffe auf Ost-Ghouta vor geplanter UN-Resolution
tagesschau24 12:00 Uhr, 23.02.2018

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"Krankenhäuser liefen über vor Blut"

Die amerikanische UN-Vertreterin Kelley Eckels Currie zitiert Menschen aus dieser Hölle - und erzählt von Malik, einem Arzt in Ost-Ghouta, der Leben retten will, inmitten des Sterbens: "Die Krankenhäuser liefen über vor Blut. Balal, seine Frau, schwanger im fünften Monat, sagt, 'wir warten nur, bis wir dran sind, zu sterben.'"

Schweden und Kuwait hatten einen Resolutionsentwurf auf den Tisch gelegt. Tenor: sofortige 30-tägige Feuerpause. Fünf Tage nach Inkrafttreten ungehinderter Zugang für humanitäre Helfer, sofortiges Ende der Belagerung. Russland aber sagt, das sei unrealistisch. In jetziger Form nicht akzeptabel.

Später, als die Sitzung zu Ende ist, sagt der Russe Wassili Nebensia, warum die Russen nicht abstimmen lassen wollten: "Wir müssen die Resolution in die Realität holen, das hier ist alles nicht realistisch."

Russland pocht ausdrücklich darauf, dass bei einer Feuerpause Terroristen des IS, von Al Kaida und Al Nusra sowie deren Helfer weiter bekämpft werden dürften.

Syriens Brennpunkte Afrin und Ost-Ghouta
Morgenmagazin , 23.02.2018, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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"Massenpsychose" globaler Medien

Zuvor drinnen im Saal hatte Russland die Sitzung genutzt, um seine Geschichte des Syrienkriegs, seine Erzählung von Ost-Ghouta vorzutragen. Niemand rede darüber, dass Rebellen Damaskus beschießen würden, sagt der Russe. Die angeblichen Gräuel in Ost-Ghouta seien eine "Massenpsychose" globaler Medien: "Sie tun alles, um Gerüchte zu verbreiten, die dem Verständnis der Situation in keiner Weise gerecht werden."

Massenpsychose also. Die Weißhelme. Eine Zivilschutzorganisation, die die Menschen derzeit mit bloßen Händen aus den Trümmern gräbt. Helden seien das, sagt der Brite. Von Terroristen unterstützte Helfer nennt sie der Russe.

Es ist einer dieser Momente, in denen die Welt wieder einmal am blockierten Sicherheitsrat verzweifelt. Der schwedische Botschafter, der seit drei Wochen den Resolutionsentwurf über eine Feuerpause erarbeitet hatte, wendet sich sichtbar erschüttert an alle 14 anderen Botschafter am Tisch: "Kollegen, wir können hier einen Unterschied machen. Wir werden gerade getestet, nicht als Botschafter - als Menschen."

Der Appell, er verhallt. Wie das Wort Schande. Keine Abstimmung. Keine Feuerpause. Hinter den Türen beraten sie weiter hier in New York. Gestorben wird woanders.

Von Massenpsychosen und Hilflosigkeit - Sicherheitsrat im Fall Syrien blockiert
Georg Schwarte, ARD New York
22.02.2018 23:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Februar 2018 um 06:00 Uhr.

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