Explosion bei Afrin in Syrien | Bildquelle: AFP

"Operation Olivenzweig" Türkische Offensive in Nordsyrien

Stand: 20.01.2018 18:05 Uhr

Die Türkei hat ihre Angriffe auf Kurden in Syrien verstärkt. Die Stadt Afrin sei aus der Luft und vom Boden angegriffen worden, teilte das Militär mit. Die "Operation Olivenzweig" birgt für Präsident Erdogan große Risiken.

Aus der Luft und vom Boden greift die Türkei Stellungen im Norden Syriens an. Mit der "Operation Olivenzweig" wolle die Regierung in Ankara die Bewohner der Grenzregion von der "Unterdrückung durch Terroristen" befreien, erklärte der türkische Generalstab. Er berief sich auf das "Recht zur Selbstverteidigung".

Ministerpräsident Binali Yildirim sagte, türkische Kampfjets hätten erste Angriffe auf kurdische Stellungen in Afrin geflogen. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP an der türkisch-syrischen Grenze sah Kampfflugzeuge, die auf syrischem Gebiet Angriffe flogen, und aufsteigende Rauchwolken.

Seit Beginn der Luftangriffe seien 108 von 113 Stellungen der YPG getroffen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Dabei habe es auch Tote und Verletzte gegeben, die laut Anadolu sämtlich der YPG angehören. 

800.000 Zivilisten in Afrin

Türkische Staatsmedien berichteten, dass mit Ankara verbündete syrische Rebellen in den Ort eingedrungen seien. Die Türkei brachte auch Panzer und Soldaten an der Grenze in Stellung. Ob diese auch einrückten, war zunächst nicht bekannt. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von Artilleriebeschuss auf Afrin durch türkische Truppen und verbündete syrische Rebellen.

In Afrin halten sich Schätzungen zufolge 8000 bis 10.000 YPG-Kämpfer auf. Zudem leben dort rund 800.000 Zivilisten, die zum Teil aus anderen Teilen Syriens geflohen sind. Die Befürchtung ist groß, dass viele von ihnen im Kreuzfeuer ums Leben kommen könnte.

Angriffe auf kurdische Gebiete in Syrien
tagesschau 16:50 Uhr, 20.01.2018

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Erdogan: Als nächstes nach Manbidsch

Ziel der Operation sind vorwiegend kurdische YPG-Kämpfer. Die Türkei fühlt sich durch das Erstarken der Kurden in Syrien bedroht. Mit der Militäroffensive wolle man aber auch gegen den "Islamischen Staat" vorgehen, hieß es.

Recep Tayyip Erdogan | Bildquelle: AP
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Der türkische Staatspräsident Erdogan hatte einen Militäreinsatz auf die Region angekündigt.

Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte vor Anhängern in der westanatolischen Stadt Küthaya, nach Afrin werde die weiter östlich gelegene Stadt Manbidsch angegriffen. Die Stadt liegt rund 100 Kilometer östlich von Afrin. Die Türkei werde den "Terrorkorridor" der Kurden Schritt für Schritt zerstören.

Risiko für die Türkei

Die militärische Operation birgt für die Türkei ein großes politisches Risiko. Denn die USA unterstützen die Kurden-Miliz. Auch Russland hatte sich der YPG zuletzt angenähert.

Moskau zeigte sich besorgt über die türkische Militäroffensive. Das Außenministerium rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Russland halte an seiner Position fest, die syrische Krise durch die Bewahrung der territorialen Integrität und die Respektierung der Souveränität Syriens zu lösen.

Wegen der türkischen Offensive zog Russland seine Soldaten aus der Region ab. Damit sollten "mögliche Provokationen" vermieden und eine "Bedrohung für Leben und Gesundheit der russischen Soldaten" ausgeschlossen werden, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Die Soldaten hätten sich in die Deeskalationszone um die syrische Stadt Tall Rifaat zurückgezogen.

Auswärtiges Amt: "Besonnen handeln"

"Die Menschen in Nordsyrien leiden schon genug - bereits jetzt sind unzählige Menschen auf der Flucht", hieß es aus dem Auswärtigen Amt als Reaktion auf die türkische Offensive. Die aufgeheizte Rhetorik und auch der Beschuss über die Grenze, der allerdings nicht neu sei, seien nicht ermutigend. "Wir rufen alle Beteiligten auf, jetzt besonnen zu handeln und keine neue Gewalt aufkommen zu lassen."

Türkische Armee beginnt Offensive gegen syrische Kurden
Christian Buttkereit, ARD Istanbul
20.01.2018 18:38 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Januar 2018 um 16:50 Uhr.

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