Türkischer Panzer bei Reyhanli | Bildquelle: AP

"Beginn der Offensive" Türkei beschießt kurdische Dörfer

Stand: 19.01.2018 17:51 Uhr

Die türkische Armee hat mit massivem Beschuss kurdischer Dörfer in der syrischen Grenzregion Afrin begonnen. Laut Verteidigungsminister Canikli ist das der Start der Offensive gegen kurdische Kämpfer.

Die Türkei hat nach eigener Aussage mit der Militäroffensive in der syrischen Afrin-Region begonnen. Es seien Geschosse über die türkisch-syrische Grenze abgefeuert worden, teilte der türkische Verteidigungsminister Nurettin Canikli mit. "Die Aktion hat de facto angefangen", sagte der Minister. Er stellte sofort klar, dass mit "de facto" tatsächlich der Beginn der Operation gemeint sei, allerdings hätten bislang noch keine Truppen die Grenze überschritten. Canikli sagte weiter, kurdische Kämpfer in der Region stellten eine "reale" und zunehmende Gefahr für die Türkei dar.

Ein Sprecher der Kurdenmiliz YPG sprach von etwa 70 Geschossen, die auf kurdische Dörfer in der Afrin-Region niedergegangen seien. Demnach hätten türkische Sicherheitskräfte gegen Mitternacht mit dem Beschuss begonnen - es sei der schwerste seit der türkischen Drohung, Afrin anzugreifen.

Türkisches Militär beschießt kurdische Dörfer
tagesschau24 15:30 Uhr, 19.01.2018, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Eskalationen der vergangenen Tage

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Sonntag einen Militäreinsatz auf die Region im Nordwesten Syriens angekündigt, die von der YPG kontrolliert wird. Ziel sei es, die "südliche Grenze vom Terror zu säubern", sagte Erdogan. Syriens Führung drohte im Gegenzug mit dem Abschuss türkischer Jets, sollten diese syrisches Gebiet bombardieren. Die Türkei sieht in der Miliz den syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die YPG ist zugleich ein Verbündeter des Westens im Kampf gegen die Terrormiliz IS.

Recep Tayyip Erdogan | Bildquelle: AP
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Der türkische Staatspräsident Erdogan hatteeinen Militäreinsatz auf die Region angekündigt.

Gestern hatte die Türkei weitere Truppen an die Grenze verlegt. Die Kurdenmiliz erklärte daraufhin, alle Kräften in der Region seien in Alarmbereitschaft, um einen möglichen Angriff abzuwehren. "Wir mögen kein Blutvergießen, aber wenn es einen Angriff gegen uns gibt, sind wir gezwungen, dagegen vorzugehen", sagte Dschafar Sulaiman, Leiter des Ausschusses für Auswärtige Beziehungen in Afrin.

Ein Angriff auf die Region ist auch deshalb heikel, weil Russland im vergangenen Jahr Militärbeobachter nach Afrin entsandt hatte. Moskau unterstützt im syrischen Bürgerkrieg die Regierung, will aber Ende dieses Monats zusammen mit der Türkei und dem Iran im russischen Badeort Sotschi eine Syrien-Konferenz veranstalten.

Anti-IS-Koalition weist Meldungen über Grenztruppe zurück

Die US-geführte internationale Koalition hatte zuvor Meldungen über den geplanten Aufbau einer neuen Grenztruppe in den Kurdengebieten Nordsyriens zurückgewiesen, zu der auch die YPG gehören würde. Die Koalition bilde in Syrien weiterhin lokale Sicherheitskräfte aus, erklärte das Bündnis. Es gehe darum, die Rückkehr des IS zu verhindern. Es handele sich nicht um eine neue Armee oder konventionelle Grenztruppe. Unter anderem die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu hatte aus einer ihr angeblich vorliegenden Mitteilung der Koalition zitiert, wonach das Bündnis in Nordsyrien eine 30.000 Mann starke Grenztruppe aufbauen wolle. Teil davon sollen die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sein, die von der YPG dominiert werden.

Erdogan hatte der Grenztruppe vor einigen Tagen den Kampf angesagt. Ministerpräsident Binali Yildirim hatte zudem erklärt, die Entschlossenheit der Türkei sei klar und deutlich. "Es kann keine Rede davon sein, dass wir jemals die Bildung einer Terrorarmee direkt südlich unserer Grenzen akzeptieren", sagte er in Ankara.

Türkei bereitet Militäroperation in Syrien vor
Christian Buttkereit, ARD Istanbul
19.01.2018 17:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. Januar 2018 um 12:00 Uhr.

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