Ein US-Kampfflugzeug des Typs A-10 Thunderbolt dreht nach der Luftbetankung ab. | Bildquelle: REUTERS

Schutzzonen in Syrien Flugverbot für US-Kampfjets?

Stand: 05.05.2017 17:21 Uhr

Ab Mitternacht soll es in Syrien Schutzzonen geben. US-Kampfjets sollen dort nicht mehr fliegen dürfen - so sagt es zumindest ein russischer Top-Diplomat, der an den Verhandlungen beteiligt war. Für die russische Luftwaffe soll das Flugverbot dagegen nicht gelten.

Bei den Syrien-Gesprächen in Astana ist offenbar vereinbart worden, den Luftraum über den vier Schutzzonen für Kampfflugzeuge der von den USA geführten Militärallianz zu sperren. "Der Einsatz von Kräften der internationalen Koalition ist absolut nicht vorgesehen", sagte der Leiter der russischen Delegation, Alexander Lawrentjew, der Agentur Interfax zufolge. Russland werde dies als einer der Garanten der Vereinbarung "genau überwachen".

Ein Briefing der russischen Armee zur Situation in Syrien | Bildquelle: AFP
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Die russische Armee informiert in Moskau über die militärische Situation in Syrien.

Die internationale Militärallianz müsse ihre Luftangriffe gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) künftig auf die Gegend um Rakka, besiedelte Gebiete entlang des Euphrats, Dair as-Saur und die Grenzregion zum Irak beschränken.

Weniger eindeutig äußerte sich in der russische Vizeaußenminister Michail Bogdanow. Über Flüge der USA in den Schutzzonen müssten die Militärs sprechen, ebenso über mögliche US-Beobachter zur Überwachung der Waffenruhe. Außenminister Sergej Lawrow werde mit seinem US-Amtskollegen Rex Tillerson bei einem Treffen in Alaska am 10. und 11. Mai weitere Details besprechen, so Bogdanow.

Vier Schutzzonen vereinbart

Russland, die Türkei und der Iran hatten am Donnerstag beschlossen, in syrischen Rebellengebieten vier Zufluchtsorte für die Zivilbevölkerung einzurichten. Dem Memorandum zufolge sollen die Schutzzonen in der Provinz Idlib, nördlich der Stadt Homs, östlich von Damaskus und im Süden Syriens entstehen. Die genauen Grenzen der Gebiete sollen bis zum 4. Juni festgelegt werden, im Grundsatz sollen sie aber bereits ab heute Mitternacht gelten.

In den Schutzzonen müssten sowohl die syrische Regierung als auch die Rebellengruppen "den Gebrauch jeder Art von Waffen, auch aus der Luft, einstellen". Der Kampf gegen den IS und andere "Terrorgruppen" soll aber weitergehen. In Teilen der Gebiete ist die Al-Kaida-nahe Extremistengruppe Tahrir al Scham aktiv. Deshalb lehnt die russische Regierung den völligen Verzicht auf Luftangriffe in den Schutzzonen an. Auch für die syrische Luftwaffe gab Lawrentjew keine vollständige Garantie ab.

UN sprechen von "ermutigenden" Schritt

Die Vereinten Nationen begrüßten die Einigung als "ermutigenden" Schritt, weil die Schutzzonen die vorsichtige Hoffnung auf Verbesserung der katastrophalen humanitären Lage in Syrien nähren. Wichtig sei nun, dass der Vorstoß tatsächlich das Leben der Menschen in Syrien verbessere, sagte ein Sprecher von UN-Generalsekretär Antonio Guterres in New York.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Mai 2017 um 17:00 Uhr

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