Russischer Langstreckenbomber TU-22M3 hebt in Russland ab: Einsätze in Syrien verstärkt | Bildquelle: dpa

Kampf gegen den IS Russland verstärkt Luftangriffe auf Syrien

Stand: 19.11.2015 20:44 Uhr

Neben den in der Region stationierten Kampfflugzeugen lässt Russland nun auch Langstreckenbomber Luftangriffe auf den IS in Syrien fliegen. Auch Frankreich will die Angriffe auf IS-Stellungen nochmals ausweiten.

Russland hat den dritten Tag in Folge Luftangriffe auf Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien geflogen. Die Langstreckenbomber seien von Russland aus gestartet und hätten russische Kampfflugzeuge unterstützt, die nahe der syrischen Stadt Latakia stationiert sind, teilte das Militär mit. Dabei seien Ölverarbeitungsanlagen getroffen worden, die der IS kontrolliere. In den Provinzen Aleppo und Idlib seien von den Kampfflugzeugen zwölf Marschflugkörper auf IS-Ziele abgefeuert worden.

Auch Frankreich will seine Luftangriffe gegen den IS in Syrien und im Irak nochmals verstärken. Präsident François Hollande habe die erforderlichen Befehle zur "Intensivierung" der Militäreinsätze erteilt, erklärte der Élysée-Palast nach einer Sitzung des Verteidigungsrats. Frankreich beteiligt sich bereits an einer US-geführten Koalition, die die Dschihadisten im Irak und in Syrien aus der Luft angreift. Schon am Montag hatte Hollande eine Verstärkung der Luftangriffe angekündigt und seitdem flog die französische Luftwaffe mehrere Angriffe, vor allem auf die Hochburg Rakka im Norden Syriens.

Nach einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Ria berieten am Donnerstag Vertreter des russischen und französischen Militärs über ein gemeinsames Vorgehen gegen den IS.

Russland verstärkt die Luftangriffe auf IS-Stellungen: Diese Aufnahmen sollen laut dem russischen Verteidigungsministerium die erfolgreiche Bombardierung einer Ölverarbeitungsanlage am 18. November zeigen. | Bildquelle: dpa
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Russland verstärkt die Luftangriffe auf IS-Stellungen: Diese Aufnahmen sollen laut dem russischen Verteidigungsministerium die erfolgreiche Bombardierung einer Ölverarbeitungsanlage am 18. November zeigen.

Russische Einsätze seit Ende September intensiviert

Präsident Wladimir Putin hatte den Streitkräften vor wenigen Tagen befohlen, die seit Ende September laufenden Einsätze zu verstärken. Hintergrund ist, dass nun auch Moskau eine an Bord geschmuggelte Bombe als Absturzursache eines russischen Ferienjets ansieht. Dabei waren Ende Oktober auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel alle 224 Menschen an Bord ums Leben gekommen, die meisten von ihnen russische Urlauber. Der IS brüstete sich kurz darauf damit, einen Anschlag auf die Maschine verübt zu haben.

Russland ist Verbündeter des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und greift an dessen Seite mit Luftangriffen in den seit vier Jahren wütenden Bürgerkrieg ein.

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