Dunkle Wolken steigen hinter der Stadt Irbin in der Nähe von Damaskus auf. | Bildquelle: AFP

Krieg in Syrien 23 Tote nach erneutem Luftangriff

Stand: 07.02.2018 13:46 Uhr

Bei einem erneuten Luftangriff der syrischen Armee auf Stellungen der Rebellen sind 23 Zivilisten getötet worden. Zuvor hatte die israelische Armee Raketen auf einen Militärstützpunkt abgefeuert.

Die syrische Armee hat erneut Luftangriffe auf ein Rebellengebiet in der Nähe der Hauptstadt Damaskus geflogen. Dabei sind nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 23 Menschen ums Leben gekommen. Der Luftschlag habe Wohngebiete in Ost-Ghouta getroffen, hieß es weiter. Seit Ende 2017 seien mindestens 390 Zivilisten durch Luftangriffe oder Artilleriebeschuss in dem abgeschnittenen Rebellengebiet getötet worden.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Die Angriffe seien in den vergangenen Tagen heftiger geworden. Im Gegenzug hätten Rebellen den von der Regierung kontrollierten Stadtteil Dscharamana südlich der Altstadt von Damaskus unter Beschuss genommen und dabei ein Kind getötet, berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Ost-Ghouta ist seit Jahren heftig umkämpft. Das Rebellengebiet ist vollständig von Regierungstruppen eingeschlossen.

Israel attackiert Militärstützpunkt

Unterdessen hat die israelische Luftwaffe nach Angaben der syrischen Armee eine Militäreinrichtung in der Nähe von Damaskus attackiert. Sana meldete unter Berufung auf die Armeeführung, der Angriff sei aus dem Libanon gestartet worden. Ob es Tote oder Verletzte gegeben hat und welchen Schaden die Angriffe angerichtet haben, steht noch nicht fest. Die syrische Luftabwehr habe die meisten Raketen zerstören können, hieß es. Die israelische Armee wollte sich zu den Meldungen nicht äußern.

Bei dem Ziel des Angriffs soll es sich um ein Forschungszentrum handeln - Berichten zufolge sollen hier Chemiewaffen hergestellt worden sein. Zudem sind dort offenbar Eliteeinheiten der syrischen Armee stationiert. Israel hat bereits in der Vergangenheit mehrfach Ziele im benachbarten Syrien angegriffen. Die Angriffe sollen sich vor allem gegen die Hisbollah richten: Die Kämpfer der Miliz sind Israel feindlich gesinnt und unterstützen die syrischen Regierungstruppen im Bürgerkrieg in Syrien.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Februar 2018 um 05:15 Uhr.

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