Zerstörungen nach einem Luftangriff der syrischen Armee in Atareb nahe Aleppo | Bildquelle: dpa

Syrien Viele Tote nach Luftangriffen nahe Aleppo

Stand: 14.11.2017 11:49 Uhr

Mindestens 61 Menschen sind bei einem Luftangriff auf einem Markt in der Stadt Atareb im Nordwesten Syriens getötet worden. Es ist noch nicht klar, wer den Angriff flog. Putin und Erdogan sprachen sich für eine politische Lösung des Konflikts aus.

Mindestens 61 Menschen sind nach Angaben von Aktivisten bei einem Luftangriff auf eine von Rebellen gehaltene Stadt im Nordwesten Syriens getötet worden. Drei Luftschläge hätten einen Markt in der Stadt Atareb nahe Aleppo sowie eine angrenzende Polizeiwache getroffen, teilte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Ob Kampfjets der syrischen Regierung oder von deren wichtigstem Unterstützer Russland hinter der Attacke stünden, sei noch unklar, erklärte die Beobachtungsstelle. Das lokale Aktivistenmedium Thika meldete mindestens 47 Tote sowie mehr als 90 Verletzte. Bilder von Thika zeigten, wie Rettungskräfte und Zivilisten Opfer aus den Trümmern zogen.

Heimat Zehntausender Flüchtlinge

Auf Atareb haben russische und syrische Kampfflugzeuge seit 2015 wiederholt Luftangriffe geflogen. Die Stadt ist zur Heimat Zehntausender Flüchtlinge geworden, die durch Kämpfe aus anderen syrischen Gebieten vertrieben worden sind.

Während die größte syrische Stadt Aleppo von der syrischen Regierung kontrolliert wird, befindet sich der ländliche Raum im Umkreis der Stadt in Oppositionshand. Die Region im Nordwesten Syriens sollte eigentlich durch ein sogenanntes Deeskalationsabkommen geschützt sein, das im Mai von Russland, dem Iran und der Türkei vereinbart worden war.

Mindestens 50 Menschen sterben bei Luftangriff nahe Aleppo
tagesschau 05:30 Uhr, 14.11.2017

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IS soll endgültig besiegt werden

Der russische Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan warben bei einem Treffen für eine gemeinsame Erklärung mit den USA. Darin gehe es unter anderem darum, die Terrormiliz "Islamischer Staat" endgültig zu besiegen und die syrische Souveränität zu wahren. Das sagte Putin nach rund vierstündigen Gesprächen mit Erdogan im Schwarzmeerbadeort Sotschi.

Russland und die USA hatten das Papier am Rande des APEC-Gipfels in Vietnam am Wochenende aufgesetzt. Erdogan hatte die Erklärung vor dem Treffen mit Putin kritisiert. Wenn es für Syrien keine militärische Lösung gebe, wie es in dem Papier heiße, dann sollten Russland und die USA auch ihre Truppen von dort abziehen. Nun sagte Erdogan lediglich, die Türkei halte die Erklärung für wichtig.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein russischer Kollege Wladimir Putin. | Bildquelle: REUTERS
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein russischer Kollege Wladimir Putin.

Russland und Türkei wollen politische Lösung

Putin und Erdogan sprachen sich für weitere Bemühungen um eine politische Lösung des Syrien-Konflikts aus. Einen geplanten Kongress der Völker Syriens thematisierten die beiden Staatschefs in der Pressekonferenz nicht. Russland will auf diesem Kongress über eine Nachkriegsordnung für das in weiten Teilen zerstörte Land beraten lassen. Dazu soll allerdings auch die syrische Kurdenpartei PYD eingeladen werden, die von Ankara als Teil der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK bekämpft wird.

Während des seit mehr als sechseinhalb Jahren andauernden Konflikts in Syrien sind mindestens 400.000 Menschen getötet worden. Elf Millionen Menschen wurden aus ihren Heimatorten vertrieben - das ist knapp die Hälfte der Gesamtbevölkerung Syriens.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. November 2017 um 02:05 Uhr.

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