Karte: Syrien, Aleppo, Damaskus

Mindestens 42 Tote Luftangriff auf Moschee nahe Aleppo

Stand: 17.03.2017 05:35 Uhr

Bei einem Luftangriff auf eine Moschee nahe der syrischen Stadt Aleppo sind mindestens 42 Menschen getötet worden. Die meisten Opfer sind offenbar Zivilisten. Einem Bericht nach soll das US-Militär verantwortlich sein.

Im Norden Syriens sind mindestens 42 Menschen bei einem Luftangriff getötet worden. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, handelt es sich bei den meisten Opfern um Zivilisten. Unter den Trümmern des Gebäudes werden noch viele Menschen vermutet.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP hat das US-Militär die Verantwortung für den Angriff übernommen. AFP beruft sich auf das zuständige US-Zentralkommando (Centcom). Dieses habe in einer Erklärung zugleich betont, das Gotteshaus nicht gezielt angegriffen zu haben. Ziel des Angriffs sei ein Treffen von Extremisten des Terrornetzwerks Al-Kaida gewesen.

In der Region fliegen regelmäßig Jets der syrischen und russischen Luftwaffe Angriffe. Sie bekämpfen dort bewaffnete Gegner des Regimes des syrischen Präsidenten Assad.

Auch die US-geführte internationale Koalition greift regelmäßig Ziele in Syrien an. Sie will damit gegen extremistische Gruppen vorgehen - zum Beispiel gegen die früher unter dem Namen Al-Nusra-Front bekannte Terrororganisation. Sie hat vor allem im Norden und Nordwesten Syriens Stellungen.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Etwa 300 Menschen waren in der Moschee

Den Angaben zufolge erfolgte der Angriff westlich der Stadt Aleppo auf den Ort Al-Dschinnah. In der Moschee waren zu diesem Zeitpunkt Gläubige zum Abendgebet zusammengekommen. Lokale Aktivisten berichteten, es seien etwa 300 Menschen in dem Gebetshaus gewesen. Die Angaben lassen sich allerdings nicht ohne Weiteres überprüfen.

Offiziell eigentlich Waffenruhe

Offiziell gilt eigentlich seit Dezember eine Waffenruhe für Syrien, die allerdings immer wieder gebrochen wird. In dieser Woche gab es neue Verhandlungen in der kasachischen Hauptstadt Astana. Die syrische Opposition hatte die Gespräche allerdings boykottiert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. März 2017 um 04:58 Uhr.

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