Russlands Präsident Wladimir Putin | Bildquelle: AP

Krieg in Syrien Russland warnt vor internationalem Chaos

Stand: 15.04.2018 18:30 Uhr

Der russische Präsident Putin befürchtet Chaos in den internationalen Beziehungen, sollten die westlichen Staaten Syrien erneut mit Raketen angreifen. Die USA kündigten neue Sanktionen gegen Moskau an.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die USA und ihre Verbündeten vor weiteren Luftangriffen auf syrische Stellungen gewarnt. Dies würde "unweigerlich Chaos in den internationalen Beziehungen verursachen", sagte Putin nach Angaben des Kreml in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Hassan Rouhani.

Die beiden Staatschef verurteilten die Luftangriffe der USA, Frankreichs und Großbritanniens demnach als Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen. Die Bombardements hätten "die Aussichten auf eine politische Einigung in Syrien erheblich beeinträchtigt", hieß es in der Erklärung aus Moskau.

Hoffen auf diplomatische Lösung im Syrien-Konflikt
tagesschau 20:00 Uhr, 15.04.2018, Volker Schwenck, ARD Berlin

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Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz

Als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in der syrischen Stadt Duma hatten die USA, Großbritannien und Frankreich in der Nacht auf Samstag gut hundert Raketen auf drei syrische Militäreinrichtungen abgefeuert, die als Forschungs-, Produktions- und Lagerstätten für Chemiewaffen gedient haben sollen. Die syrische Regierung sowie ihre Verbündeten Russland und Iran bestreiten einen Giftgaseinsatz durch die Regierungstruppen in Duma.

Moskau und Teheran zählen zu den wichtigsten Unterstützern des syrischen Machthabers Bashar al-Assad. Beide Länder greifen auch militärisch an der Seite Assads in den Bürgerkrieg ein.

US-UN-Botschafterin Nikki Haley | Bildquelle: AFP
galerie

Die US-amerikansiche Botschafterin bei den UN, Nikki Haley. Sollte Assad erneut Giftgas einsetzen, seien die USA abermals zu einem Angriff bereit, bekräftigte sie.

Strafen gegen russische Unternehmen

Die US-amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley kündigte neue Sanktionen gegen Russland wegen der Rolle Moskaus in Syrien an. Dabei werde es um Strafen gegen Unternehmen gehen, die mit Ausrüstung im Zusammenhang der Nutzung von Chemiewaffen in Syrien zu tun hätten. Die Strafmaßnahmen sollen morgen verkündet werden.

Die USA planen vorerst keinen Abzug ihrer Truppen aus Syrien, wie Haley klarstellte. Sie äußerte sich, nachdem US-Präsident Donald Trump in einem Tweet seine Nutzung des Begriffs "Mission erfüllt" in Bezug auf die Luftangriffe auf Ziele in Syrien verteidigt hatte.

Ziele der USA in Syrien

Haley sagte in der Sendung "Fox News Sunday", die Ziele der US-Mission in Syrien seien unter anderem, sicherzustellen, dass chemische Waffen nicht so genutzt würden, dass sie den nationalen Sicherheitsinteressen schaden könnten.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
The Syrian raid was so perfectly carried out, with such precision, that the only way the Fake News Media could demean was by my use of the term “Mission Accomplished.” I knew they would seize on this but felt it is such a great Military term, it should be brought back. Use often!

Darüber hinaus nannte Haley als Ziel, die Terrormiliz "Islamischer Staat" zu besiegen und eine günstige Position herzustellen, um den Iran zu beobachten. "Wir werden nicht abziehen, bis wir wissen, dass wir diese Dinge erreicht haben", so Haley. Sollte Assad erneut Giftgas einsetzen, seien die USA abermals zu einem Angriff bereit, bekräftigte sie.

Trumps Verwendung des Begriffs weckte Erinnerungen an den damaligen Präsidenten George W. Bush, der 2003 unter einem Transparent mit der Aufschrift "Mission erfüllt" sechs Wochen nach der US-Invasion im Irak die wichtigsten Kampfhandlungen für beendet erklärte. Der Krieg dauerte allerdings noch Jahre.

Der Syrien-Angriff und die russischen Reaktion
Sabine Stöhr, ARD Moskau
15.04.2018 19:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. April 2018 um 17:15 Uhr.

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