Syriens Präsident Assad zusammen mit Soldaten der Armee. | Bildquelle: dpa

Russische Luftangriffe in Syrien Kommt jetzt Assads Bodenoffensive?

Stand: 06.10.2015 09:11 Uhr

Seit Tagen bombardieren russische Flugzeuge vor allem syrische Rebellen, die gegen regimetreue Truppen kämpfen. Die bereiten sich laut einem Medienbericht jetzt auf eine groß angelegte Bodenoffensive vor. Das dürfte neue internationale Verwicklungen bringen.

Die russischen Luftangriffe auf Rebellengebiete im Westen Syriens könnten bald von einer Bodenoffensive Assad-treuer Kämpfer begleitet werden. Für einen Angriff nördlich von Homs würden Tausende Kämpfer der syrischen Streitkräfte, der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah, der iranischen Revolutionsgarden und verbündeter Milizen mobilisiert, meldet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf das Umfeld eines von der Hisbollah geführten Bündnisses.

Eine mögliche Bodenoffensive dürfte scharfe Kritik westlicher und sunnitischer Staaten hervorrufen, die in der Region aktive, als gemäßigt geltende Rebellen unterstützen, auch wenn diese mit Islamistentruppen taktische Bündnisse eingehen.

Mehr als 40 Rebellengruppen hatten der russischen Luftwaffe am Montag ein "Massaker" an Zivilisten in der Provinz Homs vorgeworfen und Vergeltung angedroht. Die "russische Militäraggression" sei eine "offene Besatzung", und alle Besatzungsmächte seien "legitime Ziele", heißt es in der Erklärung, die von gemäßigten Rebellenbrigaden sowie von radikalislamischen Truppen wie Ahrar al-Scham und Dschaisch al-Islam getragen wurde. Die Al Kaida nahestehende Al-Nusra-Front unterzeichnete nicht.

Derweil warnte die NATO Russland vor weiteren Verletzungen des türkischen Luftraums. Das Eindringen von Flugzeugen in das Hoheitsgebiet des Bündnispartners stelle ein unverantwortliches Verhalten dar und sei extrem gefährlich, teilte die Allianz nach einer Sondersitzung auf Botschafterebene mit. Zuvor hatte die türkische Regierung Moskau von zwei Vorfällen im Grenzgebiet berichtet. Russland bestätigte dies.

Auch eine von den USA angeführte Koalition fliegt seit gut einem Jahr Luftangriffe in Syrien. Die Allianz will nach Informationen der "New York Times" eine Front aufbauen, um den Druck auf die IS-Hochburg Al-Rakka in Syrien zu verstärken. Demnach sollen Kampfflugzeuge der Alliierten bis zu 5000 arabische und 20.000 kurdische Kämpfer unterstützen. Das Blatt beruft sich auf ranghohe Regierungsbeamte.

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