Karte: Syrien mit der Region Deir al-Sor und der Stadt Rakka

Nach Offensive in Ostsyrien IS lässt angeblich 270 Geiseln frei

Stand: 20.01.2016 09:32 Uhr

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" soll nach Angaben von Aktivisten 270 Menschen freigelassen haben, die sie am Wochenende in der ostsyrischen Stadt Deir al-Sor als Geiseln genommen hatte. 130 Menschen sind aber noch in der Gewalt des IS.

Wenige Tage nach der Verschleppung von 400 Zivilisten aus der ostsyrischen Stadt Deir al-Sor hat die Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) Aktivisten zufolge 270 ihrer Geiseln wieder freigelassen. Bei den am Dienstagabend freigelassenen Menschen handele es sich um Frauen, Kinder sowie alte Menschen, erklärte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP.

Angeblich Verbindungen zum Assad-Regime überprüft

Vor ihrer Freilassung seien sie intensiv zu Verbindungen zum Regime in Damaskus befragt worden. "Sie werden nicht in die Stadt Deir al-Sor zurückkehren, sondern unter den Stämmen in der Provinz verteilt", sagte Abdel Rahman. Auch die in der Gewalt des IS verbliebenen 130 Zivilisten sollten freikommen, wenn keine Verbindungen zur Regierung gefunden würden.

IS-Kämpfer hatten am Samstag eine Offensive auf die von der syrischen Armee kontrollierten Teile von Deir al-Sor gestartet. Nach Angaben der Beobachtungsstelle rückte der IS in den Norden der Stadt vor und eroberte den Vorort Al-Baghalijeh. Dabei seien nicht nur 400 Menschen verschleppt, sondern auch mindestens 135 Menschen getötet worden: 85 Zivilisten sowie rund 50 Regierungssoldaten und verbündete Kämpfer. Die meisten von ihnen wurden laut der Beobachtungsstelle hingerichtet.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

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