Syrer suchen Trümmer nach einem Angriff durch Assad-Truppen ab | Bildquelle: dpa

Krise in Syrien und Nachbaarstaaten Berlin will offenbar Flüchtlingshilfe aufstocken

Stand: 03.02.2016 07:43 Uhr

Die Bundesregierung will offenbar ihre Hilfsgelder für Syrien und dessen Nachbarstaaten erhöhen. Laut einem Zeitungsbericht soll das UN-Flüchtlingshilfswerk 500 Millionen Euro mehr erhalten. Damit würde der deutsche Beitrag 2016 auf insgesamt 1,5 Milliarden Euro steigen.

Angesichts der Not in Syrien und den Nachbarländern will die Bundesregierung einem Zeitungsbericht zufolge dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR 500 Millionen Euro mehr zusagen. Das wolle Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Londoner Geberkonferenz für die Region am Donnerstag bekannt geben, berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung auf Regierungskreise.

Damit summiere sich die deutsche Leistung im laufenden Jahr auf 1,5 Milliarden Euro. Nach UN-Schätzung muss die Weltgemeinschaft mehr als sieben Milliarden Euro aufbringen, um die Not der Bürgerkriegsopfer in dem Land zu lindern.

"Die Menschen sterben jetzt"

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen rief die Staatengemeinschaft zu rascher Hilfe auf. "Die Menschen hungern jetzt. Die Menschen sterben jetzt. Und darum muss jetzt geholfen werden", forderte der Chef des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Ansonsten kommt der Tod früher als das Geld", ergänzte Röttgen. "Wir haben absolute Dringlichkeit. Es reicht also nicht, Zusagen einzusammeln, sondern es geht darum, Geld einzusammeln."

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte zuvor Saudi-Arabien und den Iran zu einer konstruktiven Rolle im Syrien-Konflikt aufgerufen. Er habe große Sorge, "dass die Konflikte zwischen beiden Ländern Rückwirkungen auf den mühsam begonnenen Verhandlungsprozess über Syrien haben", sagte Steinmeier nach einem Gespräch mit seinem iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Sarif in Teheran.

Treffen mit Rouhani

Ein "tiefer Rückschlag in unseren gemeinsamen Bemühungen" müsse auf jeden Fall vermieden werden, sagte er. Sarif habe ihm seinerseits versichert, dass der Iran Interesse an der "Fortsetzung, an der erfolgreichen Beendigung" der Syrien-Verhandlungen in Genf habe. Steinmeier trifft heute unter anderem mit Präsident Hassan Rouhani zusammen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. Februar 2016 um 09:00 Uhr.

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