Opfer des mutmaßlichen Giftgas-Angriffs in Syrien | Bildquelle: AFP

Mindestens 58 Tote Offenbar Giftgas-Angriff in Syrien

Stand: 04.04.2017 11:35 Uhr

Im Nordwesten Syriens hat es offenbar einen tödlichen Giftgas-Angriff gegeben. Das berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Demnach starben durch den Luftangriff mindestens 58 Menschen. Auch neun Kinder seien erstickt.

Bei einem Giftgas-Angriff in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 58 Zivilisten getötet worden - auch neun Kinder sollen erstickt sein. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, wurde das Gas bei einem Luftangriff auf die Stadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib freigesetzt. Es soll Dutzende Verletzte geben, unter ihnen ebenfalls Frauen und Kinder. Es gebe Fälle von Ohnmacht, Erbrechen und Schaum. Der Zustand vieler Verletzter sei ernst.

Eine Bestätigung des Vorfalls von anderer Seite liegt bislang nicht vor. Die Beobachtungsstelle, die den bewaffneten Rebellen nahesteht, stützt sich auf ein dichtes Netzwerk von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind ihre Angaben nur schwer zu überprüfen.

Wer steckt hinter Anschlag?

Im Syrien-Konflikt haben sowohl die Regierung als auch die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bereits Giftgas eingesetzt, wie eine Untersuchungskommission der UN in einem Bericht festhielt. Neue Sanktionen gegen Damaskus wegen des Einsatzes von Giftgas scheiterten Ende Februar im UN-Sicherheitsrat am Veto Russlands und Chinas.

Bereits 2013 waren östlich der Hauptstadt Damaskus bei Angriffen mit Giftgas mutmaßlich Hunderte Menschen getötet worden. Die Opposition und der Westen machten dafür Syriens Regierung verantwortlich. Diese stimmte danach zu, alle Giftgasvorräte zu vernichten. Chlor fiel jedoch nicht unter das Verbot, weil es für zivile Zwecke benötigt wird.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. April 2017 um 10:00 Uhr und die tagesschau am 04. April 2017 um 12:00 Uhr.

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