Zerstörung im Nordwesten Syriens | Bildquelle: AFP

Moskau macht Westen verantwortlich Russland legt Syrien-Gespräche auf Eis

Stand: 01.11.2016 13:16 Uhr

Russland sieht im syrischen Bürgerkrieg vorerst keine Chance für neue Friedensverhandlungen. Gespräche seien auf lange Zeit nicht in Aussicht, sagte Verteidigungsminister Schoigu - und gab dem Westen die Schuld.

Die Bemühungen um eine Verhandlungslösung für den Syrienkonflikt sind erneut gescheitert. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu sah vorerst keine Chance für neue Friedensverhandlungen. "Daher sind der Beginn eines Verhandlungsprozesses und die Rückkehr zu einem friedlichen Leben in Syrien für unbestimmte Zeit verschoben."

Schoigu beschuldigte den Westen, gewalttätige Islamisten nicht ausreichend von Angriffen abzuhalten. Täglich würden Rebellen Zivilisten in der Großstadt Aleppo angreifen, sagte er zur Begründung. Mehr als 2000 Kämpfer der moderaten Opposition hätten Wohnviertel in Aleppo mit Raketenwerfern und Panzern beschossen, sagte Schoigu der Agentur Interfax zufolge.

Sergej Schoigu
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Laut Russlands Verteidigungsminister Schoigu sind die Friedensverhandlungen "auf unbestimmte Zeit verschoben".

Seit dem 18. Oktober haben Russland und Syrien nach eigenen Angaben ihre Luftangriffe auf Aleppo eingestellt. Nach Angaben von Russlands Präsident Wladimir Putin hängt die Dauer aber davon ab, wie sich die Rebellengruppen und ihre Unterstützer im Westen verhielten.

Russland und die USA streiten darüber, welche Gruppen im Syrien-Konflikt legitime Angriffsziele seien. An diesem Punkt scheiterten zuletzt auch die Versuche der beiden Großmächte, sich auf eine gemeinsame Strategie für Syrien zu verständigen.

Verbündete im Syrien-Krieg

Das Assad-Regime wird untertützt von
- Russland (fliegt Luftangriffe)
- Iran (angeblich kämpfen iranische Soldaten an der Seite der syrischen Armee)
- Hisbollah-Miliz (aus dem Libanon)

Die Opposition wird unterstützt von
- USA, Großbritannien und Frankreich (diese Länder fliegen Luftangriffe, Deutschland stellt Tornados für Aufklärungsflüge)
- Saudi-Arabien und der Türkei (unterstützen einzelne Rebellengruppen)

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. November 2016 um 16:00 Uhr in den Nachrichten.

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