Soldaten der Regierungsarmee bewachen Flüchtlinge aus Ghouta | Bildquelle: YOUSSEF BADAWI/EPA-EFE/REX/Shutt

UN-Bericht zu Syrien Frauen systematisch vergewaltigt

Stand: 15.03.2018 18:30 Uhr

Im Syrienkrieg haben Regierungssoldaten und verbündete Milizionäre einem UN-Bericht zufolge "systematisch" Tausende Frauen vergewaltigt. Auch Männer und Kinder hätten sexuelle Gewalt erlitten.

Vergewaltigung, sexuelle Gewalt und Demütigung sind nach einem Bericht der UN-Untersuchungskommission zu Syrien an der Tagesordnung. Vor allem Regierungstruppen und mit ihnen verbündete Milizen hätten Frauen und Mädchen missbraucht, heißt es in dem Bericht.

Die sexuelle Gewalt sei Teil eines "umfassenden" Angriffs auf die Zivilbevölkerung gewesen und als Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzustufen, heißt es weiter. Auch Rebellen hätten viele Frauen vergewaltigt, allerdings sei dies keine systematische Kriegsstrategie gewesen.

"Angst verbreiten"

Ein Kind steht neben einem Krankenwagen in Aotaya, Syrien. | Bildquelle: MOHAMMED BADRA/EPA-EFE/REX/Shutt
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Auch Kinder wurden Opfer von sexueller Gewalt.

Der Bericht basiert auf 454 Interviews mit Überlebenden, Augenzeugen und Ärzten und bezieht sich auf den Zeitraum von 2011 bis Ende 2017. Ziel der Vergewaltigungen war es dem Report zufolge, "Angst zu verbreiten, Informationen herauszupressen oder Loyalität zu erzwingen". Die meisten Opfer waren demnach Frauen; doch auch Männer und Kinder hätten sexuelle Gewalt erlitten.

Viele Vergewaltigungen fanden an Kontrollpunkten, bei Hausdurchsuchungen und in Haftzentren der syrischen Armee statt. Die Unabhängige Internationale Untersuchungskommission für Syrien übergab ihren Bericht dem UN-Menschenrechtsrat. Sexualverbrechen der Terrormiliz "Islamischer Staat" sind in dem Report nicht aufgeführt, sie wurden separat dokumentiert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. März 2018 um 18:00 Uhr in den Nachrichten.

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