Flüchtlinge aus der Provinz Daraa errichten Behelfsunterkünfte nahe der Golan-Höhen. | Bildquelle: AFP

Syrische Regierungsoffensive Hunderttausende fliehen aus dem Süden

Stand: 02.07.2018 16:09 Uhr

Im Süden Syriens haben neue Kämpfe nach UN-Angaben Hunderttausende Menschen in die Flucht getrieben. In den vergangenen zwei Wochen seien rund 270.000 Menschen geflohen, teilte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit.

Die heftigen Kämpfe im Süden Syriens haben nach Angaben von Helfern ein neues Flüchtlingsdrama ausgelöst. In den vergangenen zwei Wochen seien in der von Rebellen kontrollierten Region um die Stadt Daraa mindestens 270.000 Menschen vor Kämpfen und Bombardierungen geflohen, teilte der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Jordanien, Mohammed Hawari, mit.

Die syrische Armee geht seit dem 19. Juni mit Unterstützung russischer Kampfflugzeuge mit einer großen Offensive gegen Rebellen im Süden des Landes vor. Dort wird unter anderem noch die Stadt Daraa in der gleichnamigen Provinz teilweise von den Aufständischen gehalten. Die Region grenzt an Israel und Jordanien und gehört zu den letzten Rebellengebieten des Bürgerkriegslandes.

Israel und Jordanien schließen Grenzen

Die meisten Flüchtlinge sind Richtung Jordanien geflohen, das jedoch seine Grenze geschlossen hält. Auch Israel kündigte am Sonntag an, keine syrischen Flüchtlinge ins Land zu lassen.

Jordanien beherbergt nach UN-Angaben bereits 650.000 syrische Flüchtlinge, die Regierung geht aber von einer inoffiziellen Zahl von 1,3 Millionen Syrer aus, die seit 2001 ins Land kamen. Jordaniens Außenminister Ajman Safadi teilte mit, er werde am Dienstag nach Moskau reisen, um Gespräche über eine Waffenruhe im Südwesten Syriens zu führen.

Nach UN-Angaben sind innerhalb Syriens wegen des Bügerkriegs rund 6,6 Millionen Menschen auf der Flucht. Mehr als 5,6 Millionen Syrer haben in Ländern der Region Schutz vor der Gewalt gesucht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Juli 2018 um 16:00 Uhr.

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