Ein syrischer Militärkonvoi fährt in der Nähe der jordanisch-syrischen Grenze auf einer Straße. | Bildquelle: AFP

Abkommen mit Rebellen In Daraa sollen die Waffen schweigen

Stand: 07.07.2018 01:27 Uhr

Nach einer rund dreiwöchigen Militäroffensive ist für die syrische Provinz Daraa eine Waffenruhe vereinbart worden. Regierungstruppen wurde bereits ein strategisch wichtiger Grenzübergang übergeben.

Rebellengruppen im Südwesten Syriens und die Regierung haben eine Waffenruhe vereinbart. Diese wurde von Russland vermittelt und soll bereits in Kraft getreten sein. Nach Darstellung der Regierung läuft die Vereinbarung auf eine Kapitulation der Rebellen hinaus: Sie müssen ihre Waffen abgeben, ihre Kämpfer abziehen und die Kontrolle der Grenze zu Jordanien an die Regierung abgeben.

Laut staatlicher Nachrichtenagentur SANA sieht das Abkommen vor, dass die Aufständischen "in allen Städten und Ortschaften ihre schweren und mittleren Waffen übergeben". Kämpfer sollen demnach mit ihren Familien den Süden Syriens verlassen und in die von Rebellen kontrollierte Region Idlib im Norden gebracht werden, wenn sie nicht in Daraa bleiben wollen.

Ein Rebellensprecher räumte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP ein: "Dieses Abkommen war das beste, was wir erreichen konnten, um das Leben unserer Kämpfer zu retten." Nach Informationen der Agentur Reuters konnten die Rebellen lediglich durchsetzen, dass nicht Milizen, sondern die russische Militärpolizei in das Gebiet verlegt wird.

Hunderttausende Menschen auf der Flucht

Für die syrische Regierung ist vor allem der Zugang zur syrisch-jordanischen Grenze von Bedeutung. Nach Angaben aus Damaskus übernimmt die Armee alle Beobachtungsposten an Grenze. Der Grenzübergang Nassib sei bereits kampflos an Regierungsvertreter übergeben worden. Damit sind nicht nur die Rebellen vom Nachschub abgeschnitten, sondern die Kontrolle der Grenze erlaubt es der Regierung auch, den Handel mit dem Nachbarland Jordanien wieder in Gang zu bringen.

In den vergangenen drei Wochen hatte eine Offensive die Rebellen in der Region Daraa in große Bedrängnis gebracht. Die schweren Kämpfe trieben in den vergangenen Wochen nach UN-Angaben etwa 320.000 Menschen in die Flucht. Syrische Armee und paramilitärische Einheiten wurden von russischen Kampfflugzeugen unterstützt.

Die Rückeroberung der Provinz ist für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ein symbolisch bedeutsamer Sieg. Dort begannen im März 2011 die Proteste gegen sein Regime, die sich bald auf der ganze Land ausdehnten.

Karte: Syrien mit Provinz Daraa
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In Daraa begannen 2011 die Proteste gegen Assad - damals noch friedlich.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Juli 2018 um 04:43 Uhr.

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