Außenministertreffen in Paris Kerry warnt Assad vor Wortbruch

Stand: 13.03.2016 15:44 Uhr

Vor der Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen für Syrien hat US-Außenminister Kerry den syrischen Präsidenten Assad davor gewarnt, Grenzen auszutesten. Zur Vorbereitung der Gespräche traf sich Kerry in Paris mit Amtskollegen, darunter Steinmeier.

Mit Blick auf die bevorstehende Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen für Syrien haben die Außenminister der USA und weiterer westlicher Staaten auf die Einhaltung der Waffenruhe gedrungen.

Alle Beteiligten müssten die Einstellung der Feindseligkeiten respektieren, bei Hilfslieferungen kooperieren und den Verhandlungsprozess einhalten, sagte US-Außenminister John Kerry bei dem Treffen in Paris. Wenn die syrische Regierung und ihre Verbündeten glaubten, "dass sie die Grenzen austesten könnten, täuschen sie sich", warnte Kerry.

Kerry sagte weiter, in den vergangenen drei Wochen seien 600 Kämpfer des "Islamischen Staates" in Syrien getötet worden. Das Herrschaftsgebiet der Terrormiliz sei um 3000 Quadratkilometer geschrumpft.

Außenministertreffen in Paris | Bildquelle: AFP
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Die Außenminister berieten über die Lage in Syrien

An dem Treffen in Paris, das der Vorbereitung neuer Friedensgespräche ab Montag am UN-Sitz in Genf diente, nahmen außer Kerry und dem französischen Gastgeber Jean-Marc Ayrault auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sowie ihre Kollegen aus Großbritannien und Italien, Philip Hammond und Paolo Gentiloni, und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini teil.

Ayrault sagte "schwierige" Gespräche in Genf voraus. Diese müssten aber zu einem "echten politischen Übergang" führen. "Um die Glaubwürdigkeit der Verhandlungen zu garantieren, muss die Waffenruhe vollständig respektiert werden und der humanitäre Zugang frei und ohne Hemmnis sein", mahnte der französische Außenminister.

Die russische Regierung ihrerseits rief die Konfliktparteien zu Kompromissbereitschaft auf. "Wir hoffen, dass sich diesmal ein ausgewogener und realistischer Ansatz bei den Verhandlungen durchsetzen wird", sagte der russische Gesandte bei den Vereinten Nationen in Genf, Alexej Borodawkin, der Agentur Tass.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 13. März 2016 um 23:20 Uhr.

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