ARD-Korrespondent Schwenck Will Assad überhaupt verhandeln?

Stand: 04.02.2016 13:06 Uhr

Ausgerechnet während der Friedensgespräche in Genf startete die syrische Regierung mit russischer Hilfe eine Großoffensive im Raum Aleppo. "Die Opposition fragt sich nun, wie ernst es um den Verhandlungswillen der Assad-Regierung steht", sagt ARD-Korrespondent Volker Schwenck.

Volker Schwenck, ARD Kairo, zur Lage in Syrien
tagesschau24 12:15 Uhr, 04.02.2016

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"Es ist vielleicht ein gutes Zeichen, dass die Gespräche offiziell noch nicht gescheitert sind, sondern nur vertagt", meint ARD-Korrespondent Volker Schwenck zum Aussetzen der Friedensverhandlungen für Syrien in Genf. Die syrische Opposition frage sich aber, wie ernst es der Regierung des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad mit ihrem Verhandlungswillen ist, wenn parallel zu den Gesprächen über Aleppo eine offenbar lange vorbereitete Offensive der syrischen Armee und der russischen Luftwaffe gibt. "Beobachter in und um Aleppo berichten von einer bisher noch nie dagewesenen Intensität der Angriffe. Die Bomben würden offenbar im Minutentakt fallen. All das erfordert lange Vorbereitung."

Aleppo könnte an Assad-Regierung zurückfallen

Dabei sei es eine Kernforderungen der Opposition gewesen, dass diese Bombardierungen aufhören sollen, so Schwenck. "Der UN-Sicherheitsrat hat mitgetragen von den Russen entschieden, dass es zum Auftakt der Gespräche einen Waffenstillstand geben soll."

Die US-Regierung sieht in dem Angriff die Absicht, die militärische Lage der syrischen Führung zu verbessern. Diese hat bis vergangenen Oktober Gebiete verloren, bis ein Eingreifen der Russen das Blatt wendete. "Jetzt ist es so, dass die einzige Verbindungsroute der Rebellen in die Türkei abgeschnitten wurde - eine schlimme Niederlage. Die Türkei unterstützt die Opposition. "Zum ersten Mal seit langer Zeit kann man sich vorstellen, dass Aleppo zurück an die Regierung Assad zurückfällt", so Schwenck. "Das würde die Verhandlungsposition der syrischen Regierung dramatisch verbessern."

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