ARD-Korrespondent Winter zur Lage in Syrien "Die Friedensverhandlungen sind gescheitert"

Stand: 04.02.2016 11:36 Uhr

Eine Entschärfung des Bürgerkriegs in Syrien ist mit dem Aussetzen der Friedensgespräche vorerst in weite Ferne gerückt. Diplomaten betonen, dass es sich nur um eine Verhandlungspause handelt. Doch ARD-Korrespondent Winter meint, dass die Gespräche gescheitert sind.

Henning Winter, ARD Genf, zur Unterbrechung der Gespräche in Syrien
tageeschau24 9:30 uhr, 04.02.2016

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Die syrische Opposition wird nach den Worten ihres Verhandlungsführers erst dann wieder an den Friedensgesprächen in Genf teilnehmen, wenn sich die Lage in dem Bürgerkriegsland ändert. Parallel zu den Verhandlungen hatten die syrischen Regierungstruppen mit russischer Unterstützung eine Großoffensive gegen die Rebellen in der Provinz Aleppo gestartet und die Belagerung zweier schiitischer Dörfer durchbrochen.

"Diese Kämpfe rund um Aleppo haben dazu geführt, dass die Opposition nicht mehr mit dem Regime verhandeln will, bevor nicht eine Waffenruhe herrscht", sagt ARD-Korrespondent Henning Winter. Doch das Assad-Regime will die Kämpfe weiterführen. "Keine Seite bewegt sich, es ist überhaupt keine Lösung in Sicht. Die Gespräche sind vorerst gescheitert." Es sehe im Moment nicht so aus, als würden die Gruppen sich am 25. Februar in Genf treffen.

Um überhaupt wieder an den Verhandlungsstisch zurückzukehren, müsse der Westen auf Russland und den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad Einfluss nehmen. Das sei auch von hohen UN-Diplomaten zu hören. "Es kommt darauf an, auf der Münchener Sicherheitskonferenz im Februar Russland und das Assad-Regime dazu zu bewegen, sich doch im Vorfeld auf eine Waffenruhe zu einigen", so Winter.

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