F16 der US-Luftwaffe | Bildquelle: AFP

Militäraktionen in Syrien US-Jets weichen russischen Jets aus

Stand: 08.10.2015 11:16 Uhr

Russische und amerikanische Kampfjets sind sich über Syrien ins Gehege gekommen: Mindestens eine US-Maschine musste abdrehen, weil sie einer russischen zu nahe kam. Das syrische Militär will nun - gestärkt durch Russland - die Bodenkämpfe massiv ausweiten.

Bei ihren Luftangriffen in Syrien haben zwei US-Flugzeuge ihren Einsatz abbrechen müssen, weil sie russischen Kampffliegern ausweichen mussten. Dies verlautete aus dem Verteidigungsministerium in Washington. Betroffen gewesen seien zwei F-16-Kampfflugzeuge der US-Armee. Sie hätten ihre Route ändern müssen, um nicht zu nah an russische Flieger zu kommen. "Sie haben ihr vorgesehenes Ziel nicht angreifen können", sagte ein Ministeriumsmitarbeiter, der anonym bleiben wollte.

Ein Pentagon-Sprecher bestätigte offiziell zunächst nur einen Zwischenfall, bei dem "mindestens ein Flugzeug" der von den USA angeführten internationalen Koalition gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) umgeleitet worden sei. Damit habe verhindert werden sollen, dass sich das Flugzeug zu sehr einem russischen Kampfflieger nähere.

Russland hatte in der vergangenen Woche mit Luftangriffen in Syrien begonnen, mit denen es die Streitkräfte des syrischen Machthabers Baschar al-Assad unterstützt. Inzwischen greifen auch Kriegsschiffe im Kaspischen Meer syrische Ziele mit Raketen an. Die von den USA angeführte Koalition wiederum greift bereits seit Monaten in Syrien und auch im Irak Stellungen des IS an. Beide Seiten haben Absprachen bestätigt, die Kollisionen im syrischem Luftraum verhindern sollen.

"Russland verfolgt die falsche Strategie"

US-Verteidigungsminister Ashton Carter stellte aber am Mittwoch klar, dass es keine Zusammenarbeit mit Russland bei den Luftangriffen in Syrien gebe. Moskau verfolge in Syrien"die falsche Strategie" und beschieße Ziele, an denen sich keine IS-Kämpfer aufhielten. Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium angegeben, US-Vorschläge zu einer Koordinierung der Angriffe zu prüfen.

Das US-Außenministerium erklärte, mehr als 90 Prozent der bisher von den USA registrierten russischen Luftangriffe in Syrien würden nicht dem IS oder Al-Kaida-nahen Gruppen gelten. Sie träfen zumeist Oppositionsgruppen gerichtet, die "eine bessere Zukunft für Syrien" wollten und die gegen einen Verbleib des Regimes von Präsident Baschar al-Assad an der Macht seien.

Syrische Armee setzt Bodenoffensive fort
tagesschau 12:00 Uhr, 08.10.2015, Volker Schwenck, ARD Kairo

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Damaskus will Bodenkämpfe massiv ausweiten

Gestärkt durch die russischen Luftangriffe will Damaskus die Bodenkämpfe gegen den IS und andere Rebellengruppen nun massiv ausweiten. "Die syrischen Streitkräfte haben heute eine groß angelegte Offensive gestartet, um die Terrorgruppen zu besiegen und die Gegenden und Dörfer zu befreien, die unter dem Terror und seinen Verbrechen gelitten haben", zitierte das Staatsfernsehen den syrischen Generalstabschef Ali Abdullah Ajub.

Am Mittwoch war in syrischen Militärkreisen bereits bestätigt worden, dass die Truppen in der zentralen Provinz Hama eine Offensive gestartet haben. Die Kämpfe begannen nach Angaben von Aktivisten, während die russischen Streitkräfte Ziele des IS und anderer Extremistengruppen angriffen. Durch die russischen Bombardierungen seien die Aufständischen schon geschwächt worden, sagte General Ajub. Dadurch hätten "die syrischen Streitkräfte die militärische Initiative behauptet".

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