Karte: Syrien mit Homs, Damaskus, Duma

Krieg in Syrien Homs mit Raketen beschossen?

Stand: 17.04.2018 04:37 Uhr

Syrische Staatsmedien sprechen von einer "Aggression" und davon, dass von der Flugabwehr über Homs Raketen abgeschossen worden seien. Es gibt aber Hinweise, dass es sich um einen Fehlalarm gehandelt haben könnte.

Berichte über den Beschuss mehrerer militärischer Einrichtungen in Syrien haben in der Nacht für Verwirrung gesorgt. Die syrische Luftabwehr schoss laut Berichten von Staatsmedien Raketen über der Stadt Homs ab. Die Raketen seien in den "Luftraum über Homs eingedrungen", meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Auch Ziele in Vororten von Damaskus sollen angegriffen worden sein.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von heftigen Explosionen in der Nähe der Luftwaffenbasis Al-Schairat in der Provinz Homs sowie in der Region Kalamun bei Damaskus. Dort gibt es zwei weitere Luftwaffenstützpunkte. Der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte, die Raketen hätten keinen der Stützpunkte getroffen.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Sie bezeichnet sich als unabhängig. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Einsatz von Flugabwehr nach Fehlalarm?

Die Deutsche Presse-Agentur berichtete am frühen Morgen unter Berufung auf syrische Militärkreise, ein falscher Alarm habe die syrische Flugabwehr in der Nacht in höchste Bereitschaft gesetzt und den Einsatz von zahlreichen Flugabwehrraketen und Flugabwehrgeschützen bewirkt. Eine offizielle Stellungnahme zu diesem Bericht gibt es noch nicht.

Das syrische Staatsfernsehen hatte den Vorfall als "Aggression" bewertet. Angaben dazu, wer für die Raketenangriffe verantwortlich sein könnte, machte der Sender aber nicht.

US-Verteidigungsministerium: Aktuell keine Aktivitäten

USA, Frankreich und Großbritannien hatten in der Nacht zu Samstag Ziele in Syrien angegriffen - als Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgasangriff in Duma vom 7. April. Aktuell gebe es aber keine militärischen Aktivitäten, sagte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums.

Ein Sprecher der israelischen Armee sagte der Nachrichtenagentur AFP zu Gerüchten, wonach es sich um einen israelischen Angriff gehandelt haben könnte, er habe keine Informationen "zu einem solchen Vorfall". Das israelische Militär äußert sich üblicherweise allerdings grundsätzlich nicht zu derartigen Vorwürfen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. April 2018 um 05:00 Uhr.

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