Nick Foles mit Trophäe im Konfettiregen | Bildquelle: REUTERS

Finale der NFL Außenseiter Philadelphia gewinnt den Super Bowl

Stand: 05.02.2018 05:26 Uhr

Philadelphia hat mit einem Überraschungssieg gegen die New England Patriots den Super Bowl gewonnen - nicht zuletzt dank Spielmacher Foles, der eigentlich Ersatzspieler ist. Für einen bewegenden Moment sorgte Justin Timberlake.

Im hochklassigen Finale der National Football League haben sich die Außenseiter der Philadelphia Eagles gegen den Favoriten New England Patriots im US Bank Stadium von Minneapolis mit 41:33 (22:12) durchgesetzt.

Mann des Abends: Nick Foles

Gefeierter Held der Eagles war Spielmacher Nick Foles. Der 29-Jährige Ersatzmann übertraf auch im Finale alle Erwartungen, warf drei Touchdownpässe und fing dabei als erster Quarterback der Super-Bowl-Geschichte auch einen Touchdown selbst.

Dass der Texaner in Minneapolis überhaupt auflief, lag an der Verletzung des etatmäßigen Quarterbacks Carson Wentz. Ersatzmann Foles hatte bis dahin einen allenfalls mittelmäßigen Ruf, konnte aber eine kontinuierliche Leistungssteigerung in den Playoffs vorweisen und wusste im Finale erst recht zu überzeugen.

Nick Foles | Bildquelle: AP
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Spielmacher Nick Foles mit der Trophäe

Titel im dritten Anlauf

Dank Foles konnten sich die Eagles im dritten Anlauf das erste Mal die begehrten Ringe für die Sieger sicher. 2005 hatten sich noch die Patriots mit 24:21 gegen Philadelphia durchgesetzt. Die Entscheidung fiel gut zwei Minuten vor dem Ende, als Brady unter dem Druck der Eagles-Defensive den Ball verlor. Beide Teams stellten einen Offensivrekord für gemeinsam erzielte Yards im Super Bowl auf.

Justin Timberlake | Bildquelle: REUTERS
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Justin Timberlake begeisterte die 70.000 im Staium mit einem Non-Stop-Medley
seiner größten Hits. 

In der Halbzeitpause begeisterte zudem US-Entertainer Justin Timberlake das Publikum im Bank Stadium in Minneapolis und an den Bildschirmen. Timberlake gedachte während seiner Show dem verstorbenen Sänger Prince.

Keine Proteste während der Hymne

Die US-Hymne trug in diesem Jahr Sängerin Pink vor. Mit Spannung war der Moment der Hymne auch wegen des möglichen Protests der Spieler erwartet worden. Die Athleten beider Teams standen jedoch während der Hymne.

Während der Saison hatten NFL-Profis während der Hymne gekniet oder sich auf den Boden gesetzt. Im Sommer 2016 hatte der damalige Quarterback der San Francisco 49ers, Colin Kaepernick, die Aktion ins Leben gerufen, um gegen Polizeigewalt und Rassismus zu protestieren.

Pink singt die Nationalhymne | Bildquelle: AFP
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Keiner der Spieler kniete sich bei der Hymne hin.

Die Aktionen hatten auch US-Präsident Donald Trump auf den Plan gerufen, der die Spieler über Twitter und in Ansprachen beschimpft und von den Clubbossen die Entlassung Protestierender gefordert hatte. Trump forderte die Liga dazu auf, die Proteste zu verbieten, die NFL folgte ihm aber nicht.

US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: REUTERS
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Trump hatte die Clubs aufgefordert, Protestierende zu entlassen - beließ es dann aber bei einer indirekten Aufforderung, bei der Hymne zu stehen.

Trump forderte auch vor dem Super Bowl, dass die Spieler stehen sollten. In einer Mitteilung lobte er die Leistung der US-Soldaten. "Wir tragen sie in unserem Herzen und danken ihnen für unsere Freiheit, wenn wir während der Nationalhymne stolz stehen", so Trump.

Proteste von Aktivisten außerhalb des Stadions

Im Vorfeld des Super Bowls hatten Aktivisten eine Bahnstrecke blockiert, auf der Besucher zum Stadion in Minneapolis transportiert wurden. Die Polizei nahm 17 Menschen bei dem Protest fest. Auf Videos war zu sehen, wie die Polizisten Handschellen und Eisenketten durchtrennten, mit welchen sich die Demonstranten aneinander gekettet hatten. Nach Angaben der Polizei gab es keine Verletzten.

Über dieses Thema berichtete am 05. Februar 2018 Deutschlandfunk Kultur um 05:52 Uhr und Deutschlandfunk um 06:21 Uhr.

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