Blumen und Kränze liegen in Berlin neben einem Gedenkstein für die am 07.02.2005 ermordete Hatun Sürücü. (Archiv) | Bildquelle: dpa

Prozessauftakt nach Mord an Deutsch-Türkin Anklage fordert Lebenslang für Sürücü-Brüder

Stand: 26.01.2016 12:01 Uhr

Vor elf Jahren wurde die Berliner Deutsch-Türkin Sürücü erschossen. In Istanbul hat jetzt der Prozess gegen ihre beiden älteren Brüder begonnen. Sie sollen die Tatwaffe besorgt und den jüngeren Bruder mit dem Mord beauftragt haben. Die Anklage fordert lebenslänglich.

In Istanbul hat der Prozess um die Ermordung der Berliner Deutsch-Türkin Hatun Sürücü begonnen. Zwei älteren Brüdern des Opfers wird in dem Verfahren vorgeworfen, die Tatwaffe beschafft zu haben. Zudem sollen sie einen jüngeren Bruder beauftragt haben, die Schwester zu töten. Die Anklage fordert eine lebenslange Haftstrafe für die Männer. Diese hatten sich nach der Ermordung der jungen Frau vor fast elf Jahren in die Türkei abgesetzt.

Prozess im Fall Hatun Sürücü beginnt
tagesschau 20:00 Uhr, 26.01.2016, Michael Schramm, ARD Istanbul

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Familie verurteilte westlichen Lebensstil

Die damals 23-jährige Mutter eines Kindes wurde am 7. Februar 2005 an einer Bushaltestelle in Berlin-Tempelhof mit mehreren Kopfschüssen getötet. Die Familie war mit dem westlichen Lebensstil der jungen Frau nicht einverstanden. Als Täter ermittelte die deutsche Justiz Hatuns jüngeren Bruder Ayhan, der zu einer neunjährigen Haftstrafe verurteilt und 2014 in die Türkei abgeschoben wurde.

Angeklagte setzten sich in die Türkei ab

Die beiden älteren Brüder wurden zwar ebenfalls angeklagt, kamen aus Mangel an Beweisen aber frei. Später setzten sie sich in die Türkei ab. 2007 hob der Bundesgerichtshof das ursprüngliche Urteil auf. Die Türkei lehnte aber eine Auslieferung an die Bundesrepublik Deutschland ab. Im vergangenen Jahr erhob die Staatsanwaltschaft Istanbul dann ihre eigene Anklage gegen die beiden Brüder.

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