Syrische Aufständische in der Provinz Daraa | Bildquelle: AFP

Südwesten Syriens Waffenruhe im Kampfgebiet?

Stand: 29.06.2018 23:00 Uhr

Im Südwesten Syriens ist offenbar ein Waffenstillstand vereinbart worden. Die Zahl der Kriegsflüchtlinge aus dem Gebiet hat sich unterdessen seit Wochenbeginn verdreifacht.

Aus dem Kampfgebiet im Südwesten Syriens gibt es nach Informationen aus jordanischen Regierungskreisen Berichte über einen Waffenstillstand. Er solle zu einer Aussöhnung zwischen den Rebellen und den Regierungstruppen führen, hieß es in den Kreisen. Zuvor hatte Regierungssprecherin Dschumana Ghunaimat der staatlichen Nachrichtenagentur Petra gesagt, Jordanien unterstütze eine Waffenruhe, die dem Schutz von Zivilisten diene.

Die Zahl der Kriegsflüchtlinge im Südwesten Syriens hat sich nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR seit Wochenbeginn auf 160.000 verdreifacht. "Wir gehen davon aus, dass es in der Nacht zum Samstag noch mehr werden", sagte der UNHCR-Sprecher in Jordanien, Mohammad Hawar. Der Südwesten Syriens zählt zu den wenigen Gebieten, die teilweise noch von Rebellen kontrolliert werden.

Karte: Syrien mit Provinz Daraa
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In der Rebellenhochburg Daraa im Südwesten Syriens nahm der syrische Bürgerkrieg 2011 seinen Anfang.

Massenflucht der Bevölkerung

Die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz hatten vor einer humanitären Katastrophe für Hunderttausende Menschen in der umkämpften Rebellenprovinz Daraa in Syrien gewarnt. Kinder, Frauen und Männer seien in das Kreuzfeuer zwischen Assad-Truppen und den Rebellen geraten, warnte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte.

Seit Mitte Juni haben Regierungstruppen mit Unterstützung der russischen Luftwaffe ihre Offensive insbesondere im Bereich der Großstadt Deraa verstärkt. Das hat eine Massenflucht der Bevölkerung ausgelöst. Die Nachbarländer Israel und Jordanien erklärten, sie würden von diesen Flüchtlingen keine hereinlassen. Jordanien nahm bereits rund 650.000 Syrer auf. Israel versorgt die Flüchtlinge mit humanitärer Hilfe.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Juni 2018 um 13:30 Uhr in der Sendung "Eine Welt".

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