Präsident Kiir bei der Unterzeichnung der Waffenruhe  | Bildquelle: AFP

Vereinbarung gilt seit Mitternacht Waffenruhe im Südsudan in Kraft

Stand: 30.08.2015 02:09 Uhr

Über die Gewalt in Syrien oder dem Irak wird viel berichtet. Im Südsudan ist die Lage ähnlich dramatisch - auch wenn das in der Welt kaum wahrgenommen wird. Seit der Nacht gilt in Afrikas jüngstem Staat eine Waffenruhe. Die Hoffnung, dass sie hält, ist nicht allzu groß.

Im Südsudan ist in der Nacht offiziell eine Waffenruhe in Kraft getreten. Die Feuerpause gilt seit Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MESZ). Unmittelbar zuvor hatte es aber immer noch Gefechte gegeben. Nach Angaben des südsudanesischen Regierungssprechers Michael Makuei griffen die Rebellen noch gestern eine Stellung der Regierungstruppen in Malakal, der Hauptstadt des Bundesstaates Upper Nile, an. Rebellen-Sprecher James Gatdet Dak sagte dazu der Nachrichtenagentur AFP, die Regierungstrupppen hätten in Malakal zuerst geschossen.

Präsident Salva Kiir hatte am Mittwoch ein unter internationaler Vermittlung ausgehandeltes Friedensabkommen unterzeichnet, zugleich aber "ernsthafte Bedenken" gegen die Vereinbarung angemeldet. Am Donnerstag befahl er der Armee, die Gefechte mit den Rebellen ab Freitag einzustellen. Rebellenführer Riek Machar rief am Freitag seine Truppen zur Einhaltung einer dauerhaften Waffenruhe auf.

Salva Kiir | Bildquelle: dpa
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Sollen sich die Macht teilen: Präsident Kiir...

Rieck Machar | Bildquelle: dpa
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... und sein Erzrivale Rebellenführer Machar.

Eine Konflikt zwischen den Volksgruppen

Der Machtkampf zwischen Kiir und Machar war im Dezember 2013 eskaliert. Verschärft wurde der Konflikt dadurch, dass die Politiker unterschiedlichen Volksgruppen angehören - Präsident Kiir den Dinka, Machar den Nuer. Seit 2013 wurden in dem jungen afrikanischen Staat bei Kämpfen und ethnisch motivierten Massakern Zehntausende Menschen getötet.

Laut dem Friedensabkommen sollen sich die Erzrivalen Machar und Kiir nun zunächst die Macht teilen. Die Konfliktparteien haben jedoch bereits in der Vergangenheit Friedensabkommen geschlossen und nicht eingehalten.

Das UN-Flüchtlingscamp in Juba, Südsudan | Bildquelle: dpa
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Das UN-Flüchtlingscamp in Juba. Millionen Menschen sind vor den Kämpfen geflohen.

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