Der südkoreanische Präsident Moon nach seiner Amtseinführung. | Bildquelle: AP

Neuer Präsident in Südkorea Moon würde Kim treffen

Stand: 10.05.2017 11:14 Uhr

Der neue südkoreanische Präsident ist bereit, unter bestimmten Umständen auch Pjöngjang zu besuchen. Der Sohn nordkoreanischer Flüchtlinge will im Verhältnis zu dem international isolierten Nachbarstaat auf Entspannung setzen - und riskiert so Ärger mit den USA.

Südkoreas neuer Präsident Moon Jae In rückt vom Konfrontationskurs gegenüber dem kommunistischen Nordkorea ab. Er sei bereit, unter den passenden Umständen die nordkoreanische Regierung in Pjöngjang zu treffen, sagte er nach seiner Amtseinführung. "Ich bin gewillt, für den Frieden auf der Koreanischen Halbinsel überall hinzugehen", so Südkoreas neuer Präsident.

Formal befinden sich Süd- und Nordkorea noch immer im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 kein Friedensvertrag geschlossen wurde. Die Lage in der Region ist nach zwei neuen Atomversuchen und zahlreichen Raktentests duch Nordkorea seit dem vergangenen Jahr sehr angespannt.

Neuer Präsident bereits im Amt

Moon ist der Sohn nordkoreanischer Flüchtlinge und ein ehemaliger Menschenrechtsanwalt, der einst wegen Protests gegen die Diktatur von Parks Vater Park Chung Hee in Haft saß. Der 64-jährige Politiker der Demokratischen Partei hatte die vorgezogene Präsidentschaftswahl in Südkorea mit deutlichem Abstand vor seinen beiden größten Konkurrenten gewonnen: Moon erhielt 41,1 Prozent der abgegebenene Stimmen, für den Konservativen Hong Jun Pyu stimmten 24 Prozent und für den Zentrumspolitiker Ahn Cheol Soo 21,4 Prozent der Wähler. Moon, der früher ein Menschenrechtsanwalt war, wurde bereits bei einer Zeremonie vereidigt. Er tritt die Nachfolge der konservativen Politikerin Park Geun Hye an, die vor zwei Monaten wegen ihrer Rolle in einem Korruptionsskandal ihres Amts enthoben wurde. 

Die Wahl stand unter dem Eindruck des Korruptionsskandals um eine enge Vertraute seiner abgesetzten Vorgängerin Park Geun Hye sowie der wachsenden Spannungen im Atomstreit mit der kommunistischen Führung in Nordkorea.

Linksliberaler Moon Jae-In übernimmt Präsidentenamt in Südkorea
tagesschau 20:00 Uhr, 09.05.2017, Uwe Schwering, ARD Tokio, zzt. Seoul

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Regierungen gratulieren Moon

Die Regierungen in Washington und Japan gratulierten Moon zu seinem Wahlsieg. Die US-Regierung freue sich darauf, "die Allianz zwischen den USA und der Republik Korea zu stärken und die anhaltende Freundschaft und Partnerschaft zwischen unseren beiden Ländern zu vertiefen", erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer. Amerikanische Asien-Experten weisen jedoch darauf hin, dass das Verhältnis der USA zu Südkorea sich unter Moon verschlechtern könnte. Schließlich setze der neue Präsident etwa im Umgang mit Nordkorea auf einen grundsätzlich anderen Kurs als die Trump-Regierung.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe erklärte, Japan und Südkorea stünden in Ostasien vor gemeinsamen Herausforderungen, allen voran der Konflikt mit Nordkorea. Beide Länder könnten durch ihre Zusammenarbeit "weiter beitragen zu Frieden und Wohlstand in der Region". Die Beziehungen von Japan und Südkorea sind gespannt wegen Territorialstreitigkeiten und der Misshandlung von Frauen während des Zweiten Weltkriegs in von Japan besetzten Gebieten. Auch in diesen Fragen ist unter Moon keine Entspannung zu erwarten.

Glückwünsche kamen auch aus China - übermittelt von der staatlichen Nachrichtenagentur. Die Verbindungen zwischen Seoul und Peking sind derzeit nicht gut. Unter der Regierung der Konservativen Park hatte China unter anderem die Stationierung des US-Raketenabwehrsystems THAAD in Südkorea kritisch beäugt.

Wahlsieg des linksliberalen Moon Jae In in Südkorea
M. Fritz, ARD Tokio
09.05.2017 18:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Mai 2017 um 09:00 Uhr.

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