Aufbau des THAAD-Raketenabwehrsystems in Südkorea | Bildquelle: REUTERS

Raketenabwehr in Südkorea Bedingt abwehrbereit

Stand: 02.05.2017 08:20 Uhr

Der Aufbau läuft erst seit wenigen Tagen. Doch Südkorea meldet bereits, das neue Raketenabwehrsystem sei einsatzbereit. Doch das bedeutet offenbar nicht die völlige Einsatzbereitschaft - die soll erst in einigen Monaten gegeben sein.

Zum Schutz vor Angriffen aus Nordkorea haben die US-Streitkräfte ein umstrittenes neues Raketenabwehrsystem in Südkorea einsatzbereit gemacht. Das teilten die US-Streitkräfte Korea (USFK) mit. Das System habe die Leistungsfähigkeit, nordkoreanische Raketen abzufangen und Südkorea zu verteidigen, erklärte Sprecher Rob Manning.

Ein Beamter des US-Verteidigungsministeriums sprach laut der Militärzeitung "Stars and Stripes" zunächst von einer beschränkten Einsatzfähigkeit. Es werde "noch einige Monate dauern", bevor das gesamte System vollständig genutzt werden könne.

THAAD-Bestandteile werden in Südkorea unter Protest von Demonstranten angeliefert | Bildquelle: AFP
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Der Aufbau von THAAD begann im April - unter Protest von Friedensaktivisten.

Reaktion auf Nordkoreas Raketentests

Durch die in der östlichen Provinz Nord-Gyeongsang installierte THAAD-Batterie (Terminal High Altitude Area Defense) sollen Südkorea und die in dem Land stationierten US-Truppen besser gegen die wachsende Bedrohung durch Nordkorea geschützt werden. Die Aufstellung geht auf eine Einigung Seouls und Washingtons vom vergangenen Sommer zurück.

Die USA hatten vergangene Woche ungeachtet der Kritik aus China und Russland mit dem Aufbau von THAAD begonnen. Beide Länder sehen ihre Sicherheitsinteressen durch das amerikanische Abwehrsystem bedroht. Darüber hinaus hatten Hunderte von Anwohnern und Mitglieder von Bürgergruppen gegen das System protestiert. Südkoreas Verteidigungsministerium hatte erklärt, THAAD solle bis Ende des Jahres vollständig einsatzbereit sein.

Bei Aufprall Zerstörung

Die THAAD-Raketen sollen feindliche Kurz- und Mittelstreckenraketen abfangen. Sie tragen keinen Sprengkopf, sondern zerstören die Rakete durch direkten Aufprall. Dies kann innerhalb wie oberhalb der Erdatmosphäre bis in 150 Kilometer Höhe geschehen.

US-Präsident Donald Trump hatte allerdings Südkorea kürzlich mit der Erklärung überrascht, der Verbündete solle für die THAAD-Batterie eine Milliarde Dollar (916,4 Millionen Euro) zahlen. Die Regierung in Seoul erwiderte daraufhin, das sei nicht Teil der Einigung gewesen. Südkoreas Verteidigungsministerium wies neue Verhandlungen über die Stationierungskosten zurück. Demnach muss das Land nur den Standort zur Verfügung stellen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Mai 2017 um 08:00 Uhr.

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