Als Weihnachtsmänner verkleidete Demonstranten im südkoreanischen Seoul. | Bildquelle: AP

Massendemo in Südkorea Mit Weihnachtsmützen gegen Park

Stand: 24.12.2016 17:48 Uhr

In Südkorea sind erneut Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Sie forderten den sofortigen Rücktritt von Präsidentin Park, die von einer Korruptionsaffäre angeschlagen ist. Unterdessen wurde ihre langjährige Vertraute Choi von einem Sonderermittler befragt.

In Südkorea sind die Proteste gegen Präsidentin Park Geun Hye auch an Heiligabend fortgesetzt worden. Trotz eisiger Temperaturen versammelten sich Demonstranten mit Weihnachtsmannmützen, Plakaten und Kerzen vor Regierungsgebäuden und dem Verfassungsgericht in Seoul und forderten einen sofortigen und endgültigen Rücktritt der Staatschefin, die bereits vorläufig des Amtes enthoben ist.

Die Polizei machte keine Angaben zur Zahl der Demonstranten, die Veranstalter sprachen von mehr als 550.000. Tausende Anhänger der Präsidentin hielten mit einer Kundgebung dagegen, auf der sie Nationalfahnen schwenkten und Parolen riefen.

Das Parlament hatte bereits Anfang des Monats für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Park gestimmt, die damit umgehend ihre Amtsvollmachten verlor. Park behält aber ihren Titel als Präsidentin, bis das Verfassungsgericht über die Amtsenthebung entschieden hat. Dafür hat das Gericht sechs Monate Zeit.

Prozess gegen Choi

Im Zentrum der Korruptionsaffäre steht Parks langjährige Vertraute Choi Soon Sil. Sie soll ihre Beziehungen zu der Präsidentin genutzt haben, um Millionenspenden für Stiftungen einzutreiben und sich dabei persönlich zu bereichern. Außerdem wird ihr vorgeworfen, sich in die Regierungsgeschäfte eingemischt zu haben. Der Prozess gegen sie begann am Montag.

Choi Soon Sil wird im südkoreanischen Seoul zum Sonderermittler gebracht. | Bildquelle: REUTERS
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Gefängniskleidung und Maske: Parks Vertraute Choi wird zum Sonderermittler gebracht.

Am Samstag wurde Choi einem Sonderstaatswanwalt vorgeführt. Fernsehbilder zeigten, wie die 60-Jährige in Handschellen und Gefängniskleidung aus einem Gefängnisbus ausstieg und in ein Gerichtsgebäude gebracht wurde. Ihr würden Fragen zu einem breiten Themenspektrum gestellt, sagte ein Sprecher. Weitere Vernehmungen in den kommenden Wochen seien möglich. Zudem könne auch Park befragt werden, je nachdem, wie sich die Untersuchung entwickle. Sie genießt aber Amtsimmunität vor Strafverfolgung.

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