Checkpoint nahe der Sonderwirtschaftszone Kaesong | Bildquelle: AFP

Ausstieg aus gemeinsamem Industriepark Südkorea will den Norden bestrafen

Stand: 10.02.2016 11:53 Uhr

Südkorea zieht Konsequenzen aus dem jüngsten Raketentest des kommunistischen Nordens: Seoul will sich aus dem gemeinsam betriebenen Industriepark Kaesong zurückziehen - Nordkorea sollen damit wichtige Deviseneinnahmen wegbrechen.

Südkorea will sich offenbar aus dem gemeinsam mit Nordkorea betriebenen Industriepark Kaesong zurückziehen. Der entsprechende Beschluss dazu sei als Antwort auf den Atomtest und den jüngsten Raketenstart des nördlichen Nachbarn getroffen worden, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Seoul. Ob der Schritt vorübergehend oder dauerhaft sein soll, ist offen.

Nordkorea solle von einer wichtigen Geldquelle abgeschnitten werden, sagte der für die Wiedervereinigung zuständige Minister Hong Yong Pyo. Die Regierung in Pjöngjang sei bereits über das Vorhaben informiert. Die Sonderwirtschaftszone Kaesong liegt in Nordkorea an der Grenze zum Süden und ist eines der wenigen Projekte, in dem die beiden verfeindeten koreanischen Staaten zusammenarbeiten.

In dem Park beschäftigen 124 südkoreanische Firmen etwa 55.000 Beschäftige aus dem Norden. Für das verarmte Nordkorea ist Kaesong eine wichtige Einnahmequelle, allein im vergangenen Jahr flossen nach Angaben des Ministers fast 100 Millionen Euro an Gehältern und Gebühren.

Nordkorea hatte Anfang Februar die internationale Gemeinschaft mit dem Start einer Langstreckenrakete aufgeschreckt. Dieser Schritt wird in Verbindung mit den Atomtests als weiterer Versuch Nordkoreas bewertet, atomar bestückbare Langstreckenraketen zu entwickeln.

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