Archivbild vom Ölfeld Valhall | Bildquelle: dpa

Entwarnung in der Nordsee Lastkahn driftet an Ölplattformen vorbei

Stand: 31.12.2015 17:18 Uhr

Ein führerloser Lastkahn ist bei stürmischer See knapp an Bohrinseln in der Nordsee vorbei gedriftet. Ein Zusammenstoß hätte ein großes Unglück anrichten können. Hunderte Arbeiter wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Aufatmen bei den norwegischen Behörden: In der Nordsee wäre es um ein Haar zum Zusammenstoß eines führerlosen Lastkahns mit einer Ölbohrplattform gekommen. Doch das 110 Meter lange Schiff drifete am Ölfeld Valhall vorbei. "Der Kahn ist ungewöhnlich hoch, mehr als drei Stockwerke", sagte Anders Bang Andersen, ein Sprecher des norwegischen Rettungszentrums.

Bei starken Winden und meterhohen Wellen verfehlte das Gefährt die Plattform um zwei Kilometer. Jetzt treibt es zwar weiter führerlos in der Nordsee, vorerst kann es aber zu keinem Zusammenstoß mit anderen Plattformen kommen. Der Kahn befand sich zunächst im niederländischen Teil der Nordsee. Dort lösten sich die Taue, der Wind trieb ihn Richtung Norden in norwegische Gewässer.

Unglück im Ölfeld Troll

Der Sturm hatte auch das Ölfeld Troll getroffen. Nach Angaben der Betreiberfirma Statoil beschädigte eine gewaltige Welle das Wohnareal einer Bohrinsel. Ein Mensch starb, zwei weitere wurden verletzt. Die Plattform konnte nach der Evakuierung mit eigenem Antrieb zum Festland fahren.

Archivbild: Bohrinsel Troll B vor Norwegen | Bildquelle: dpa
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Archivbild der Bohrinsel Troll B vor Norwegen

14 Meter hohe Wellen

Die See sei während des Unglücks sehr rau gewesen, sagte eine Sprecherin der norwegischen Aufsichtsbehörde. Die Wellen seien bis zu 14 Meter hoch gewesen. Der Wind erreichte demnach eine Geschwindigkeit von 25 bis 30 Metern pro Sekunde. Deshalb habe ein Hubschrauber, der Besatzungsmitglieder von der Plattform bringen sollte, nicht landen können. Die Menschen hätten mit dem Seil hochgezogen werden müssen.

Die Plattform "COSL Innovator" gehört der chinesischen Firma China Oilfield Services (COSL). Statoil hatte die sogenannte Halbtaucherbohrinsel angemietet und betreibt sie im Ölfeld Troll, westlich von Bergen. Zum Zeitpunkt des Unglücks war die Förderung den Angaben zufolge wegen schlechten Wetters eingestellt.

Karte: Norwegen Ölfelder
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Ölfelder, die vom Sturm betroffen sind

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Dezember 2015 um 12:25 Uhr.

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